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Arbeitsmarkt 2022: IAB-Forscher zuversichtlich

Arbeitsmarkt 2022
Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt im nächsten Jahr? Eine IAB Prognose gibt Auskunft. Foto: © Parradee-stock.adobe.com

Kürzlich hat das IAB seine Wirtschaftsprognose für dieses und das kommende Jahr veröffentlicht. IAB-Forschungsbereichsleiter Enzo Weber geht davon aus, dass sich die begonnene wirtschaftliche Erholung im aktuellen Quartal zunächst wieder abschwächt, bevor die Wirtschaft im nächsten Jahr stark wachsen wird.

2022 neuer Rekord bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

Laut Berechnungen des Instituts wird das reale Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr insgesamt um 2,2 Prozent wachsen. Für 2022 erwartet das IAB einen Anstieg um 3,8 Prozent. Während die Zahl der Erwerbstätigen 2021 laut Prognose um rund 20.000 zurückgehen wird, soll sie im Frühjahr 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen und im Jahresdurchschnitt um 560.000 Personen höher liegen als in diesem Jahr. Was die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer betrifft, erwarten die Forscher eine Zunahme von 550.000 auf insgesamt 34,42 Millionen. Das sei ein neuer Rekord, so Weber, auch wenn das Wachstum ohne Krise deutlich höher ausgefallen wäre. Die Arbeitszeit wird laut Prognose wieder zum Stand vor der Krise zurückkehren und nächstes Jahr sogar einen Höchststand von 62,78 Milliarden Stunden erreichen. Die Zahl der Arbeitslosen verringert sich 2022 um 290.000, so die Vorausschau.

Erholung des Arbeitsmarkts setzt sich fort

Der Beschäftigungszuwachs wird laut IAB in fast allen Wirtschaftsbereichen eintreffen – unter der Annahme, dass kein weiterer Lockdown verhängt wird. Lediglich bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern geht die Prognose von einer Stagnation aus. Für das zweite Halbjahr 2022 rechnen die Wissenschaftler vor allem in den Sektoren Gastronomie und Tourismus, Luft- und Landverkehr sowie Kultur-, Sport- und Messeveranstalter mit einer Erholung von den Lockdowns. Besonders zuversichtlich ist das IAB für den Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit: Für das laufende Jahr sei mit einer Zunahme von etwa 240.000 Erwerbstätigen zu rechnen und im kommenden Jahr werde es circa 230.000 zusätzliche Stellen geben – das sei der mit Abstand höchste Zuwachs. Der von der Krise besonders betroffene Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe schafft laut Prognose 190.000 neue Stellen. Zum Vergleich: Für das Produzierende Gewerbe wird ein Anstieg von 40.000 Arbeitsplätzen erwartet.

Potenzial an Arbeitskräften erhöht sich im nächsten Jahr wieder

Mit der zunehmenden Nachfrage nach Mitarbeitern – insbesondere im Gastgewerbe, das viele Beschäftigte entlassen hat und nun in kurzer Zeit wieder Personal aufstocken muss – würden Engpässe am Arbeitsmarkt wieder relevanter, sagt Enzo Weber. Bereits heute hätten die Unternehmen Rekrutierungsprobleme, wenn auch weniger als vor der Krise. Das Potenzial an Erwerbspersonen geht dieses Jahr gemäß der Prognose um 120.000 zurück und sinkt bereits das zweite Mal in Folge. Dieser Trend wird sich nach Einschätzung der Forscher im kommenden Jahr jedoch nicht fortsetzen, stattdessen werde es einen Zuwachs um 140.000 Arbeitskräfte geben.

Ein Kurzbericht der IAB-Prognose steht > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.