Ein HR-Mitarbeiter, noch nicht lange in dem Unternehmen, hat gerade eine unangenehme Gehaltsverhandlung hinter sich gebracht, als Kollegen ihn von seinem Schreibtisch wegholen: Er solle sofort auf den Hof gehen, dort gebe es Ärger. Als er die Zugangstür zum Hof öffnet, sieht er eine Menschentraube, die nach oben schaut. Auf dem Dach des 5-stöckigen Gebäudes steht der Mitarbeiter, dem er gerade eine außerordentliche Gehaltserhöhung verweigert hat. Er schreit: Wenn er die Erhöhung nicht bekommt, werde er herunterspringen.
Der oben genannte Vorfall ist der dramatische Höhepunkt eines Fallbeispiels, den ein großes Industrieunternehmen in China verwendet: Es wird Bewerbern bei der Kandidatenauswahl für HR-Managementpositionen vorgelegt.
Info
Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die bundeseinheitlichen Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.
Weitere Nummern und Adressen mit Hilfsangeboten finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
Den darin beschriebenen Zusammenstoß versieht man auch mit einer Vorgeschichte: Der mit Selbstmord drohende Mitarbeiter hat erfahren, dass nicht er, sondern ein Teamkollege ein Stipendium für ein MBA-Studium bekommen würde – obwohl die Leistungen von beiden anerkanntermaßen gleich exzellent waren. Das Unternehmen finanziert jedoch nur ein Stipendium, und der auserwählte Stipendiat ist Anfang 30, 10 Jahre jünger als er selbst. Für den nicht Berücksichtigten ein Zeichen, dass sein Karriereweg in dem Unternehmen zu Ende geht, nachdem er schon mehrfach bei Beförderungsentscheidungen übergangen wurde. Er verlangt eine Kompensation für die erlittenen Demütigungen und stellt dann eine Gehaltsforderung, die von einem HR-Berufsanfänger unwirsch abgeschmettert wurde.
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