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HR-Strategien angesichts des demografischen Wandels noch zu selten

Demografieorientiertes Personalmanagement ist gefragt.
Foto: © Peter Eggermann/Fotolia.com
Demografieorientiertes Personalmanagement ist gefragt.
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In fast jedem zehnten Unternehmen (8,1 Prozent) hierzulande sind bereits über 40 Prozent der Mitarbeiter älter als 55 Jahre. Aber nur in knapp jedem dritten Betrieb gehört ein demografieorientiertes Personalmanagement zu den strategischen Zielen. Lediglich 4,2 Prozent der Firmen verfügen über ein eigenes Budget für Maßnahmen gegen Überalterung und Fachkräftemangel. Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie “Demografie Exzellenz – Herausforderungen im Personalmanagement 2015”, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU), das Demografie Netzwerk (ddn) sowie die Duale Hochschule Baden-Württemberg Lörrach gemeinsam durchgeführt haben.

Nur jedes vierte Unternehmen analysiert die Altersstruktur der Belegschaft

Die Studie zeigt auch, dass viele Unternehmen den demografischen Wandel stärker als kulturbezogene Herausforderung verstehen und weniger als strategische. Zwar haben bereits knapp zwei Drittel (63 Prozent) der befragten Unternehmen demografieorientierte Werte im Leitbild verankert, doch betreibt nur etwa ein Viertel (26 Prozent) eine systematische Altersstrukturanalyse. Die wäre aber die Voraussetzung, um überhaupt eine demografieorientierte Personalstrategie ableiten zu können.

Es hapert vor allem bei Talent Management, Nachfolgeplanung und Personalmarketing

Schwachstellen in der strategischen Personalplanung liegen vor allem im Talent Management, bei systematischen Nachfolgeplanungen und im zielgruppenspezifischen Personalmarketing. Ein regelmäßiges Demografie-Controlling führen nur 6,6 Prozent der Firmen durch. Dabei lassen sich Unterschiede je nach Unternehmensgröße ausmachen: Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern sind in vielen Bereichen schwächer im Demografiemanagement aufgestellt. Was Personalentwicklung und Wissensmanagement betrifft, sind sie jedoch engagierter als größere Unternehmen. Firmen mit mehr als 1.000 Arbeitnehmern hingegen schneiden im Vergleich besonders gut im Gesundheitsmanagement ab und engagieren sich am stärksten dabei, ihre Mitarbeiter zu binden.

Externe Beratungsangebote zu Demografiemanagement sind kaum gefragt

Aus den Befragungsergebnissen geht zudem hervor, dass die Angebote externer Institutionen die Betriebe kaum erreichen: Nur 4,5 Prozent der Unternehmen arbeiten mit externen Institutionen zum Demografiemanagement zusammen.

An der bundesweiten offenen Online-Befragung haben im Februar und März dieses Jahres 1.499 Firmen teilgenommen. Die Mehrheit der Teilnehmer (71 Prozent) waren mittelständische Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern.

Interessenten können die Studie > hier anfordern.