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Jeder zweite Arbeitgeber hierzulande lässt alle stempeln

Sehr alte Stechuhr
So sehen moderen Zeiterfassungssysteme zwar nicht aus, aber so mancher Kritiker spricht angesichts des EuGH-Urteils von der Wiedereinführung der Stechuhr.
Foto: © Reinhard Tiburzy/StockAdobe

Derzeit ist hierzulande bei knapp der Hälfte (49 Prozent) der Arbeitgeber die Zeiterfassung für die Belegschaft verpflichtend. Weitere 19 Prozent beziehen sie nur auf einen Teil der Mitarbeiter. Damit liegt Deutschland von fünf untersuchten Ländern auf Platz vier. Nur die Niederlande machen mit 42 Prozent für alle Mitarbeiter noch weniger davon Gebrauch; 23 Prozent verpflichten lediglich einige Angestellte. Ganz vorn stehen Unternehmen im Vereinigten Königreich; dort ist die Zeiterfassung bei fast zwei Drittel (63 Prozent) der Firmen die Regel und zu 13 Prozent für einen Teil des Personals. Auf Rang zwei befinden sich französische Firmen mit 61 Prozent für die Gesamtbelegschaft und 16 Prozent für ausgewählte Mitarbeiter. Belgien folgt mit 51 versus 22 Prozent. Länderübergreifend spielt die Unternehmensgröße eine Rolle dafür, ob eine Zeiterfassung praktiziert wird. So erfassen von den Firmen ab 50 Mitarbeitern 92 Prozent die Zeit zumindest für einige Mitarbeiter. Von den kleineren Betrieben haben 60 Prozent keine Pflicht eingeführt. Das sind Ergebnisse einer Umfrage von > SD Worx und > Protime unter 502 Senior Professionals in den fünf genannten Ländern. Die Stichprobe ist repräsentativ für die spezifischen lokalen Arbeitsmärkte.

Als Grund dafür, dass einige Arbeitgeber die Zeiterfassung lediglich für einen Teil der Mitarbeiter eingeführt haben, geben in Deutschland 42 Prozent an, es komme auf die Beschäftigungsart an. 37 Prozent sagen, es hänge davon ab, ob es sich um eine Bürokraft handelt. Bei den Büromitarbeitern hierzulande ist die Zeiterfassung gegenüber den anderen Ländern am seltensten für alle verpflichtend.

Finanzen und Monitoring wichtigste Gründe für die Zeiterfassung

Gefragt nach den Motiven für die Zeiterfassung nennen die deutschen Befragten mit 46 Prozent am häufigsten Finanzen und Monitoring. Diese Gründe stehen auch im Vereinigten Königreich (38 Prozent) und in Belgien (36 Prozent) an erster Stelle, wenn auch nicht so ausgeprägt. In Deutschland folgen als nächstwichtige Beweggründe die Personaleffizienz mit 44 Prozent, die Kapazitätenplanung mit 40 Prozent sowie Compliance und rechtliche Erwägungen und der Bedarf an Flexibilität mit jeweils 37 Prozent. In Firmen ab 100 Mitarbeitern werden Compliance und Personaleffizienz häufiger erfasst als in kleineren Unternehmen. Bei der Erfassung der Compliance ist Deutschland im Ländervergleich am aktivsten.

Home Office – künftig mehr Online-Kontrolle?

Insgesamt erfasst rund ein Drittel der befragten Unternehmen (32 Prozent) die Arbeitszeiten in Zusammenhang mit Heim- und Telearbeit der Mitarbeiter. Nach Ansicht von Dr. Mark Eger, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei SD Worx Deutschland, wird diese Tendenz künftig zunehmen, wobei die Nachfrage nach Online-Zeiterfassungssystemen meist von den Arbeitnehmern selbst kommen werde, da sie sich mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer eigenen Arbeitszeiten und -orte wünschten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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