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Lebensläufe: „Spaß am Digitalen“

Lebenslauf von Marcus Fischer als Grafik

Beschreiben Sie Ihren Lebenslauf mit drei Adjektiven.
Aus meiner Sicht: bewegend (im Sinne von Dingen, die ich bewegen konnte), spannend (ich durfte viel erfahren und lernen), agil (um mal ein Modewort zu nutzen). Ob andere das so sehen, weiß ich nicht. 

Wie spannend war es, 1998 als zweiter deutscher Mitarbeiter das Deutschlandgeschäft von Aquent aufzubauen?
Zum Start in meine “echte” Berufslaufbahn – Lehre und Aushilfsjobs mal außen vor gelassen – war es eine glückliche Fügung.Ich wurde für die Themen “angefixt”, die mich bis heute treiben: Recruiting, Employer Branding und Web-/HR-Technologie. Als Absolvent schon viele Entscheidungsspielräume zu haben und wirklich global zu arbeiten, war toll und hat mich geprägt –es war ein Start-up, als es das Wort noch nicht gab. Davon profitiere ich bis heute. 

HR-Software und deren Implementierung (Stichwort Recruiting) ist offensichtlich einer Ihrer Schwerpunkte. Was ist das Spannende daran?
Technologie auszureizen, die das Leben von Kandidaten und Recruitern einfacher macht, ist super. Menschen in die Jobs zu bringen, die sie wirklich wollen, und das viel effizienter als es früher ging, motiviert mich. Betrachte ich die Entwicklungen der letzten 20 Jahre, haben wir dabei riesige Entwicklungsschritte realisiert – und ein Ende ist nicht in Sicht. Ich habe heute mehr denn je Spaß am Digitalen. Aber nicht alles was geht, macht auch Sinn. 

Was war Ihre größte Herausforderung in HR bis heute?
Die war und ist es noch, mit Geduld und Ausdauer an den Themen dranzubleiben, die ich für wichtig halte. Manchmal brauchte es jahrelanges Argumentieren für ein Thema, bis wir es umsetzen konnten.Da hilft mir oft mein nordhessisches Naturell –wir gelten als ein wenig stur –, durchzuhalten. 

Reizt es Sie, in Zukunft mal eine Funktion außerhalb von HR zu bekleiden?
Ich bin mit meinen Themen sehr happy, aber “never say never”.Wenn die Aufgabe für mich passt, warum nicht. Eher weniger sehe ich mich in der klassischen Personaler-Rolle. Das können andere viel besser als ich. Aber man weiß nie, wir werden sehen. 

Gibt es Sackgassen, in die Sie geraten sind?
Ich würde es nie als Sackgasse bezeichnen, eher als Feldweg anstatt die Autobahn nutzen – bis zum Kotflügel im Schlamm anstatt mit Highspeed unterwegs sein: Die Zeiten, in denen ich gefühlt zu IT-lastig wurde, waren zwar für meine persönliche Entwicklung wichtig, aber mehr Freude habe ich, wenn ich “vor Kunde” bin, also direkt die Konsequenzen meiner Aktivitäten erfahre. Ich glaube, dass alles, was passiert, für irgendetwas gut ist – es gibt keine Sackgassen für mich, es geht immer weiter.