Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Datenanalysekompetenz – für alle notwendig?

Datenanalyse
Laut einer aktuellen Befragung kennen sich Mitarbeiter nicht so gut mit Datenanalyse aus, wie es für Unternehmen sinnvoll wäre. Foto: © Rymden-stock.adobe.com

Mehr Mitarbeiter müssten über die Kompetenz zur Datenanalyse verfügen, damit Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zuge des digitalen Wandels sichern können – so lautet die Hauptessenz einer Befragung im Auftrag von Alteryx, einem amerikanischen Unternehmen für Analytics Automation. Dafür wurden im Mai und Juni dieses Jahres Angestellte aus drei Ländern repräsentativ befragt, davon 1.007 aus Deutschland. Alle Teilnehmer  arbeiten täglich in irgendeiner Form mit Daten, dazu gehören auch einfache Arbeiten mit Excel.

Allgemeine Datenkompetenz gut, Analysefähigkeit ausbaufähig

Fast drei Viertel befragten Arbeitnehmer hierzulande (71 Prozent) schätzen ihre Datenkompetenz als überdurchschnittlich gut ein. Rund vier von zehn Angestellten (39 Prozent) halten sich für sehr fähig, was das sichere Teilen von Daten betrifft. Gut ein Drittel (36 Prozent) ist sich sicher, vertrauenswürdige Daten identifizieren zu können. Kompetenz im Bereinigen von Daten bescheinigt sich knapp jeder Dritte (32 Prozent). Noch gut jeder Fünfte (22 Prozent) gibt an, aus Daten deskriptive Analysen generieren zu können. Vorhersagen für die Zukunft (prädiktive Analysen) können laut eigener Angaben 21 Prozent der Befragten treffen und 17 Prozent sagen, sie könnten Handlungsempfehlungen für ähnliche Situationen (präskriptive Analysen) mit ausreichender Sicherheit ableiten. Von den versiertesten Teilnehmern denken 22 Prozent, dass sie mit hoher Kompetenz aus Datenanalysen Ableitungen für unternehmerische Vorgänge treffen können. Ebenso viele trauen sich zu, Ableitungen zu treffen, die zu einem Mehrwert für die Organisation führen. Von diesen in der Studie als “Daten-Champions” bezeichneten Mitarbeitern sind 83 Prozent der Ansicht, dass ihre Fähigkeiten es ihnen ermöglichen, für ihr Unternehmen Geld einzusparen. 79 Prozent denken sogar, dass sie dazu beitragen, für den Arbeitgeber zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Die Befragungsergebnisse zeigten, so Alteryx, dass Analyse- und Interpretationsfertigkeiten der Belegschaften noch dünn gestreut seien. Dieser Mangel bremse “die Transformation hin zu datengesteuerten Organisationen”.

Im Rahmen der digitalen Transformation kommt es für deutsche Unternehmen insbesondere darauf an, den sich ständig ändernden Anforderungen mithilfe von Daten zu begegnen. Dafür ist es wichtig, dass eine möglichst breite Mitarbeiterbasis über die richtigen Kompetenzen zum Umgang mit Daten verfügt,

sagt Alan Jacobson, Chief Data and Analytics Officer bei Alteryx. Auch von den befragten Mitarbeitern stimmen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Aussage zu, die Corona-Krise habe die Bedeutung einer starken Datenkompetenz für Geschäftsentscheidungen noch erhöht.

Oft fehlt es an Weiterbildung, Zeit und geeigneten Tools

Der Softwareanbieter leitet aus der Bestandsaufnahme ab, dass Weiterbildungsbedarf in Sachen Datenanalyse besteht. Derzeit denkt lediglich rund jeder fünfte deutsche Befragte (22 Prozent), am Arbeitsplatz die richtige Art von Datentraining zu erhalten. Unabhängig davon müsse für die Datenanalyse aber auch genügend Zeit zu Verfügung stehen, heißt es. Nur circa jeder vierte Befragte (26 Prozent) kann bestätigten, dass diese Bedingung gegeben ist. Darüber hinaus fehlt es laut etwa einem Drittel der Teilnehmer an geeigneten Tools zur Datenanalyse.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.