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Lockdown: Krisenmanagement macht Mitarbeiter zufriedener

In den Lockdown-Phasen waren die Mitarbeiter zufriedener mit ihren Arbeitgebern als zuvor. (Foto: Fizkes_Adobe Stock)
In den Lockdown-Phasen waren die Mitarbeiter zufriedener mit ihren Arbeitgebern als zuvor. (Foto: Fizkes_Adobe Stock)

Je stärker die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren waren, desto zufriedener waren die Mitarbeiter mit ihren jeweiligen Arbeitgebern. In den Augen vieler Angestellter hat das Krisenmanagement ihres Unternehmens die Unternehmenskultur positiv beeinflusst. In der Entspannungsphase im Sommer zwischen den beiden großen Infektionswellen beurteilten die Angestellten ihr Unternehmen wieder etwas negativer. Dies geht aus einer Auswertung des Arbeitgeber-Bewertungsportals Kununu hervor. Dabei wurden die Bewertungen in den bisher drei Phasen der Pandemie (Februar bis April 2020, Mai bis Oktober 2020 und November 2020 bis Februar 2021) mit denen aus den Monaten vor Corona verglichen. Rund 2,4 Millionen Kununu-Bewertungen wurden untersucht und mittels des Kununu-Kulturkompasses – ein Cluster aus 160 Wertebegriffen – etwa 230.000 Nutzer befragt.

Der erste Schock hat das Beste in den Unternehmen und den Mitarbeitern hervorgebracht.

Erste Lockdown-Phase erhöht Mitarbeiterzufriedenheit stark

“Die Mitarbeiter sind in der ersten Phase des Lockdowns geradezu aufgeblüht”, heißt es im Whitepaper zur Kununu-Auswertung. Im Zeitraum zwischen Februar und April 2020 haben Kununu-Nutzer ihren Arbeitgeber und dessen Unternehmenskultur verstärkt mit Begriffen wie Freiheit, Flexibilität, eine gemeinschaftliche Identität, mutig, kritisch mitdenken, Vertrauen und sich einbringen können, beschrieben. Diese Begriffe wurden teilweise zu 30 Prozent häufiger mit Arbeitgebern in Verbindung gebracht, als zur Vor-Corona-Zeit. Gleichzeitig nahmen negative Begriffe  im Bewertungsportal ab. So ist der negative Wertbegriff “Spaß und Freude vermissen” um knapp 36 Prozent im Vergleich zu den Monaten vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie weniger erwähnt worden. “Der erste Schock hat das Beste in den Unternehmen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervorgebracht – gleichzeitig wurden negative Ausprägungen weniger wahrgenommen”, fassen die Kununu-Studienverantwortlichen die Ergebnisse zusammen.

Flexibilität und Vertrauen ausschlaggebend

Mit der Entspannungsphase im Sommer 2020 ist in vielen Unternehmen wieder Normalität eingekehrt, was aber gleich mit einer negativeren Bewertung der Arbeitgeber einherging. Im Zeitraum November 2020 bis Februar 2021, bewerteten die Mitarbeiter ihr Unternehmen wieder positiver im Vergleich zur Entspannungsphase und der Vor-Corona-Zeit – allerdings nicht mehr so positiv, wie im ersten Lockdown. Die Studienverantwortlichen von Kununu gehen davon aus, dass dies mit dem Homeoffice zusammenhängt. Sie beziehen sich auf Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach waren während des zweiten Lockdowns weniger Angestellte im Homeoffice als beim ersten Lockdown. Die Schlussfolgerung: Frei über die Arbeitszeit bestimmen zu können und Vertrauen entgegengebracht zu bekommen, sind wichtige Faktoren bei der Bewertung der Mitarbeiter. “Dass die Werte sich wieder dem Vor-Corona-Niveau annähern, sollte viele Unternehmen alarmieren”, so die Studienverantwortlichen.

Gerade auch weil sich die Unternehmenskultur auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirken würde. Unternehmen, in denen Vertrauen und Wertschätzung groß geschrieben werden, werden tendenziell mit Bewertungen beschrieben, die wirtschaftlichen Erfolg versprechen. Eine negative Korrelation haben die Studienverantwortlichen dahingegen zwischen dem Cluster “Erfolgsindikatoren” und “Kontrolle/Dienst nach Vorschrift” festgestellt. Am besten schnitten bei den positiven Bewertungen der Unternehmenskultur übrigens die Branchen IT, Internet, Beratung und Versicherungen ab. Trotz der umfassenden Datensätze weisen die Studienverantwortlichen daraufhin, dass die Auswertung nicht repräsentativ ist, aber eine Tendenz aufzeigt.