In der Wirtschaft soll der Mensch im Mittelpunkt stehen. So schreibt es sich die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) seit ihrer Gründung vor 72 Jahren auf die Fahnen, und an dieser Maxime halten auch alle anderen HR-Verbände sowie viele Personalleiterinnen und HR-Vorstände fest. Gerade in turbulenten Zeiten, wenn ökonomische Verwerfungen, kriegerische Konflikte oder verheerende Pandemien Unternehmen brachial ins Ungewisse stoßen und schmerzhafte Veränderungen nach sich ziehen, soll der Mensch nicht allein bleiben. Um Schritt zu halten mit Digitalisierung, KI und was sonst noch kommen mag, will HR erster Ansprechpartner und wichtigste Stütze für jede Einzelne und jeden Einzelnen sein.
Nimmt man diese Selbstverpflichtung ernst, soll HR sich also freundlich und verlässlich gegenüber Mitarbeitenden erweisen. Das Signal verfängt: Nach ihrer Motivation befragt bekunden viele junge HR-Einsteiger, für Menschen da sein zu wollen. Willkommen im Personalbüro, signalisiert man den Beschäftigten. Wir haben ein offenes Ohr für Dich. Harmonie allenthalben, bisweilen garniert mit dem Hinweis, man sei schließlich eine Familie. Wem die hier skizzierte Hybris noch nicht aufgestoßen ist, sollte sich vielleicht einmal fragen, ob er beziehungsweise sie tatsächlich Mutter oder Kind vor die Tür setzen würde, wenn es der Familie einmal schlecht geht. Von ihr ausgeschlossen zu werden, ist unmöglich. Vom Arbeitgeber die Papiere zu kriegen durchaus.
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