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Unter der Lupe: Mitarbeiterbeteiligung in Startups

Junge Mitarbeiter halten zum Gemeinschaftsgefühle ihre Hände zusammen
Startup-Teams fühlen sich oft als eingeschworene Gemeinschaft. Ob die Mitarbeiter am Erfolg beteiligt werden, ist eine andere Sache.
Foto: © alfa27/StockAdobe

Im Auftrag des Digitalverbands Bitkom wurden hierzulande 321 Startups zum Thema Mitarbeiterbeteiligung befragt. Danach sind in fast jedem zweiten Startup (46 Prozent) nur die Unternehmensgründer selbst Anteilseigner. Bei 27 Prozent der jungen Firmen verfügen auch Mitarbeiter außerhalb des Gründungsteams über Anteile. Ebensoviele Startups wollten keine Angaben zur Beteiligung ihres Personals machen. Bei den Startups, die Anteile an Mitarbeiter abgeben, sind in fast drei Viertel der Fälle (72 Prozent) lediglich ein bis maximal vier Mitarbeiter beteiligt. Bei 22 Prozent der Neugründungen sind fünf bis 19 Mitarbeiter Anteilseigner und bei sechs Prozent sind mehr als 20 Mitarbeiter beteiligt.

Pro Beteiligung: in erster Linie Mitarbeiterbindung und -motivation

Auf die Frage, warum sie Mitarbeiter beteiligen, antworteten mit 80 Prozent die meisten, dass sie damit das Ziel verfolgen, ihre Beschäftigten langfristig zu binden. Fast genauso viele (79 Prozent) sagen, dass sie die Mitarbeiter damit zusätzlich motivieren wollen, den Erfolg des Startups voranzutreiben. Knapp die Hälfte der Jungfirmen (47 Prozent) gibt an, sich moralisch verpflichtet zu fühlen, das Personal am Erfolg zu beteiligen. Bei ebenfalls rund jedem zweiten Startup (46 Prozent) spielte der Wunsch eine Rolle, Mitarbeiter zu rekrutieren, deren Gehaltsvorstellungen man auf klassischem Weg nicht erfüllen könne. Außerdem nannte jeder dritte Befragte (34 Prozent) als Grund, die Fixgehälter und damit die Personalkosten niedrig halten zu wollen.

Contra: Wunsch der Mitarbeiter nach klassischem Gehalt und zu hoher Aufwand

Die Startups, die ihre Mitarbeiter nicht beteiligen, gaben dafür ebenfalls recht unterschiedliche Gründe an. Ein Viertel der Befragten (24 Prozent) verzichtet nach eigener Aussage darauf, weil die Mitarbeiter klassische Gehaltszahlungen bevorzugten. 17 Prozent halten den bürokratischen Aufwand von Mitarbeiterbeteiligungen für zu hoch. Jeweils 15 Prozent schätzen die rechtliche Lage als zu kompliziert ein oder wollen ihre eigenen Anteile nicht verwässern. Zwölf Prozent nannten als Grund, Mitarbeiterbeteiligungsmodelle in Deutschland seien steuerlich unattraktiv. Außerdem glauben vier Prozent, dass ihre Entscheidungsprozesse langsamer werden, falls sie ihren Mitarbeitern Anteile übereignen. Darüber hinaus berichten 17 Prozent der Unternehmen, dass sie sich mit dem Thema bislang noch gar nicht beschäftigt haben.

Im Rahmen einer Stellungnahme zur Mitarbeiterbeteiligung in Startups hat Bitkom im Frühjahr Forderungen formuliert, die es für die Gründer attraktiver machen würden, Mitarbeiter zu Anteilseignern zu machen. Das Positiionspapier steht zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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