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Umfrage: Womit lässt sich die Belegschaft ins Büro locken?

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Die meisten Beschäftigten mit akademischem Hintergrund können derzeit zumindest teilweise von zuhause aus arbeiten und schätzen die Vorteile hybrider Modelle auch. Bestimmte Bedingungen könnten sie jedoch dazu ermuntern, ihren Job wieder häufiger vor Ort auszuüben. Das zeigt eine Umfrage des HR-Marktforschungsunternehmens Trendence im Rahmen des Trendence HR-Monitors. Daran nahmen im September des vergangenen Jahres 2.485 akademische Fachkräfte teil.

Die Beschäftigten arbeiten im Schnitt drei Tage pro Woche remote

86 Prozent der befragten akademischen Fachkräfte hatten die Möglichkeit, zumindest teilweise von zuhause aus zu arbeiten. Im Schnitt waren sie drei Tage pro Woche im Homeoffice tätig. Die Kombination aus Präsenzarbeit und Remote Work gehört also inzwischen quasi zum Standard. Die tatsächlich im häuslichen Büro verbrachte Arbeitszeit entspricht auch in etwa den Vorstellungen der meisten dieser Beschäftigten: 37 Prozent geben an, dass sie mindestens drei Tage Remote Work attraktiv finden, 33 Prozent nennen mindestens zwei Tage. Elf Prozent genügt ein Tag, während sich zehn Prozent mindestens vier Tage vorstellen können. Durchgängig im Homeoffice zu arbeiten, würden sich neun Prozent wünschen. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) können selbst entscheiden, ob sie ihren Job zuhause oder im Firmenbüro erledigen.

Homeoffice-Vorteile vor allem Zeitersparnis und Flexibilität

Gefragt nach den Vorteilen der Arbeit im Homeoffice, führen mit 59 Prozent die meisten die Zeitersparnis durch den Wegfall des Arbeitswegs an. Gut jeder Zweite (54 Prozent) schätzt die zeitliche Flexibilität. An dritter Stelle mit 47 Prozent steht die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Als weitere wichtige Vorteile führen die Befragten eine bessere Produktivität (29 Prozent) und bessere Konzentration (25 Prozent) sowie eine bessere mentale Gesundheit (17 Prozent) an. Sechs von zehn akademischen Fachkräften (61 Prozent) sagen, dass sie im Homeoffice länger arbeiten als vor Ort, da der Arbeitsweg entfällt oder sie auch abends noch Aufgaben erledigen können.

Acht von zehn Befragten (80 Prozent) geben an, dass sie das Homeoffice als ein wichtiges Angebot von Unternehmen ansehen. Circa zwei Drittel (67 Prozent) würden sogar ein Jobangebot ablehnen, wenn es ihnen nicht die Option bieten würde, auch von zuhause aus zu arbeiten. Trotz der Beliebtheit von Telearbeit kehrt mit 84 Prozent die Mehrheit der akademischen Fachkräfte regelmäßig an ihren Schreibtisch im Unternehmen zurück – das unterstreicht, dass hybride Modelle beliebter ist als ausschließlich Homeoffice.

Monetäre Benefits und die Aussicht auf soziale Kontakte

Schon im vergangenen Jahr haben viele Großunternehmen ihre Mitarbeitenden zurück ins Büro gerufen und die Rückkehr der Präsenzarbeit werde einer der Arbeitswelttrends in diesem Jahr, so Trendence; auch mittelständische Betriebe zögen nun nach. Allerdings hätten die Beschäftigten das Homeoffice schätzen gelernt und um sie von mehr Präsenzarbeit zu überzeugen, müssten Arbeitgeber Anreize bieten. Und was könnte die Arbeit vor Ort für die akademischen Fachkräfte attraktiver machen, damit sie dort häufiger erscheinen und seltener zuhause arbeiten? An erster Stelle der Verlockungen steht eine Fahrkostenpauschale, die mehr als jeder dritte Befragte (36 Prozent) anführt, was angesichts der immer höheren Lebenshaltungskosten nicht verwundert. Ebenfalls recht attraktiv mit einem Drittel der Angaben (33 Prozent) sind Zuschüsse für die Verpflegung vor Ort. Abgesehen von monetären Benefits spielt jedoch auch der soziale Austausch eine wichtige Rolle: Jeden Dritten (33 Prozent) könnte die Aussicht auf Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen bei außerberuflichen sozialen Anlässen zu mehr Präsenz im Unternehmen ermuntern. Genauso wichtig ist ein ungestörtes Arbeitsumfeld mit rund 33 Prozent, dicht gefolgt von der Möglichkeit, gemeinsame Arbeitsprojekte zu planen (31 Prozent) und der Etablierung von mehr Teambuildingmaßnahmen (30 Prozent). Schließlich erscheint mit Arbeitgeberleistungen für Gesundheit und Sport (24 Prozent) noch eine weitere Zusatzleistung auf der Rangliste der Faktoren, die Mitarbeitende wieder öfter in die Firma locken könnten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.