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Bundesregierung will Ausbildungsprämie verdoppeln

Wer trotz Corona-Verlusten genauso viele – oder sogar mehr – Auszubildende einstellt wie vor der Pandemie, soll auch in diesem Jahr eine Prämie bekommen. Das Arbeitsministerium plant sogar, diese zu erhöhen – auf bis zu 6.000 Euro pro Lehrstelle.

Lehrling an der Drehbank
Wer trotz Corona-Krise keine Lehrstellen streicht, kann eine finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen. Foto: © industrieblick-stock.adobe.com

Die Prämien für Betriebe, die trotz coronabedingter Einbußen keine
Lehrstellen streichen, sollen ab dem Ausbildungsjahr 2021/2022 erhöht
werden. Das geht aus Plänen des Bundesarbeitsministeriums hervor. Die Bundesregierung will verhindern, dass Unternehmen aufgrund der Corona-Krise Ausbildungsplätze abbauen – was, wie eine Studie kürzlich feststellte, durchaus passieren könnte.

Als Anreiz, die Lehrstellen aufrechtzuerhalten, wurde deshalb bereits im vergangenen Jahr das Förderprogramm “Ausbildungsplätze sichern” aufgelegt. Dieses beinhaltet unter anderem eine sogenannte Ausbildungsprämie.

Was aktuell gilt

Demnach bekommen kleine und mittlere Unternehmen (mit maximal 249 Mitarbeitern), die in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sind und die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze im Vergleich zu den drei Vorjahren nicht reduziert haben, auf Antrag eine Prämie von 2.000 EUR pro neu geschaffener Lehrstelle. Falls die Anzahl der Ausbildungsplätze im Vergleich zu den Vorjahren sogar erhöht wurde, beträgt die Prämie 3.000 Euro pro neuer Lehrstelle. Voraussetzung für die finanzielle Förderung ist nach aktuellem Stand, dass das Unternehmen im Jahr 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit war oder dass es innerhalb von zwei Monaten zwischen
April und Dezember 2020 Umsatzeinbußen von
durchschnittlich mindestens 50 Prozent im Vorjahresvergleich hatte oder in fünf
zusammenhängenden Monaten Umsatzeinbußen von durchschnittlich mindestens 30 Prozent hatte. 

Arbeitsministerium plant Aufstockung der Prämie

Das Bundesarbeitsministerium plant nun, die Förderprämie auch für das kommende Ausbildungsjahr 2021/2022 fortzuführen und sogar aufzustocken. In Zukunft soll es 4.000 Euro pro neu geschaffener Lehrstelle geben (bei konstanter Anzahl der Ausbildungsplätze im Betrieb) beziehungsweise 6.000 Euro in den Fällen, in denen das jeweilige Unternehmen die Anzahl der Ausbildungsplätze erhöht.

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.