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Wegen Corona: Der Mittelstand bildet weniger aus

Weniger Azubis
Jedes vierte ausbildende KMU hat 2020 weniger Azubis eingestellt als geplant. (Foto: Monkey Business – stock.adobe.com)

26 Prozent der ausbildenden mittelständischen Unternehmen hat im Jahr 2020 weniger neue Lehrlinge eingestellt als ursprünglich geplant – was kritisch ist, weil der Mittelstand für rund 90 Prozent der Ausbildungsverträge in Deutschland verantwortlich ist. Das ist das Ergebnis einer Sonderbefragung des Mittelstandspanels der staatlichen Förderbank KfW. Demnach war die Ausbildungsaktivität besonders dort niedriger, wo die Krisenbetroffenheit groß war.

So hatte laut einem Drittel der Ende Januar 2021 befragten Unternehmen, die von der Krise durch Umsatzeinbußen oder Liquiditätsengpässe betroffen waren, weniger Azubis eingestellt als geplant. Bei den Unternehmen, die sich in ihrer Krise eingeschränkt sehen, war es sogar jedes zweite. Und selbst dort, wo die Krise keinen direkten Einfluss hatte, berichteten noch 15 Prozent der Unternehmen von einer Einschränkung der Ausbildungstätigkeit.

Die Studienautoren dämpfen zudem Erwartungen auf eine rasche Erholung des Ausbildungsmarktes. Denn sowohl im ersten als auch im zweiten Halbjahr 2021 rechnen ebenfalls 26 Prozent der befragten Unternehmen damit, weniger Azubis einzustellen, als sie es ohne Corona-Krise getan hätten. Damit bestätigt die Studie das Ergebnis einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, nach der im Herbst 2021 zahlreiche Unternehmen weniger Ausbildungspätze anbieten wollen.

Warum eine Einschränkung der Ausbildungstätigkeit mittelfristig eine schlechte Idee ist, lesen Sie in diesem Kommentar.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.