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Lebenslanges Lernen im Fokus

Laut einer aktuellen Studie hat lebenslanges Lernen bei Unternehmen einen hohen Stellenwert. Die Verantwortung liegt in der Mehrzahl bei den Mitarbeitern selbst. Bislang dominieren weiterhin klassische Lernformen, doch digitalisierte Angebote nehmen zu.

Frau vor Laptop, über Tastatur steht
Führungskräfte messen lebenslangem Lernen einen höheren Stellenwert als ihre Mitarbeiter.
Foto: © WrightStudio/StockAdobe

Auf einer Skala von eins bis 100 liegt der Stellenwert lebenslangen Lernens laut einer Unternehmensbefragung bei  77. Bei den Mitarbeitern selbst liegt dieser Median-Wert bei 66 und damit deutlich niedriger. Auch spricht das Top-Management seiner Belegschaft eine höhere Bereitschaft zu lebenslangem Lernen zu als die Mitarbeiter sich selbst. Das geht aus dem HR-Report 2020 hervor. Dafür wurden 997 Personen aus Unternehmen im deutschsprachigen Raum befragt, davon 65 Prozent aus Deutschland. 19 Prozent der Teilnehmer waren Geschäftsführer, 16 Prozent HR-Führungskräfte, 42 Prozent Fachbereichsleiter und 24 Prozent Mitarbeiter ohne Personalverantwortung.

Jüngere Mitarbeiter sehen häufiger die Führungskräfte in der Verantwortung

61 Prozent den Befragten geben an, dass die primäre Verantwortung für lebenslanges Lernen direkt bei den Mitarbeitern liegt. Lediglich jeder Fünfte sieht die Verantwortung bei den Führungskräften und nur sechs Prozent sagen, die Personalabteilung sei hauptsächlich zuständig. Von den Mitarbeitern sehen sogar 67 Prozent die primäre Verantwortung bei sich selbst. Allerdings empfinden sich die Jüngeren weniger häufig zuständig als die Älteren. Vor allem die Beschäftigten unter 40 betrachten deutlich öfter die Führungskräfte als verantwortlich. Was die finanziellen Mittel für lebenslanges Lernen betrifft, so entscheidet mit 35 Prozent zumeist die Geschäftsführung, gefolgt vom Vorgesetzten mit 25 Prozent. Nur 14 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass die Mitarbeiter über ein eigenes Lernbudget verfügen.

Schnelle Verfallszeit des Wissens und neue Tätigkeitsprofile machen Weiterbildung notwendig

Knapp jeder zweite Studienteilnehmer (48 Prozent) gibt an, das Weiterbildungsangebot in seinem Unternehmen sei in den letzten Jahren gleichgeblieben. 37 Prozent sagen, es habe sich erhöht, und acht Prozent berichten, es sei reduziert worden. Bei den Befragten, die eine Ausweitung des Weiterbildungsangebots in ihrer Firma feststellen, nennt die Hälfte (50 Prozent) die schnelle Verfallszeit des erforderlichen Wissens als Hauptgrund. An zweiter Stelle mit 47 Prozent steht die Entstehung neuer Tätigkeitsprofile.

Klassische Seminare überwiegen, sollen aber vermehrt durch Webinare & Co. abgelöst werden

Derzeit findet Weiterbildung in der Mehrzahl (53 Prozent) noch traditionell statt, also in Form von klassischen Seminaren oder Tagungen. 35 Prozent nutzen Online-Lernmedien. Lediglich zehn Prozent berichten, dass Lernformate wie Gamification, Virtual und Blended Learning eingesetzt werden. Für die Zukunft gehen die Befragten jedoch davon aus, dass vor allem Webinare und Lernvideos die Präsenzseminare zunehmend ablösen werden. Dass im Zuge der Digitilisierung auch mehr digitale Lernformen zur Verfügung stehen, schätzen die Entscheider, weil zum Beispiel bei E-Learning Wartezeiten für Präsenzseminare entfallen. Anderseits sehen sie bei der Programmierung zielgruppenspezifischer digitaler Lernangebote die Kosten als kritisch, ebenso die Erfassung des Lernerfolgs.

Der Report kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.