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Top-Management hält sich zu sehr raus

Kaum ein Vorstand oder Geschäftsführer bestreitet die strategische Bedeutung von Entwicklungsprogrammen für Führungskräfte. Die größte Hürde beim Aufbau erfolgreicher Nachfolge- und Entwicklungsprogramme für Führungskräfte ist jedoch das Top-Management selbst. Die erste Leitungsebene investiert kaum Zeit, um sich selbst bei diesem Thema einzubringen, häufig haben die Spitzenmanager nur wenig Interesse an den Ergebnissen von Entwicklungsprogrammen oder zweifeln sie sogar an. Das zeigt die Studie “Real World Leadership” des Beratungsunternehmens Korn Ferry. Dafür wurden im Sommer dieses Jahres 7.500 Führungskräfte in 107 Ländern befragt. 26 Prozent davon waren Vorstände, 31 Prozent Executive/Senior/Vice President, 27 Prozent Direktoren und 16 Prozent kamen aus der nachgelagerten Ebene.

Spitzenmanager stellen sich ein schlechtes Zeugnis aus

Obwohl 84 Prozent der Befragten selbst Top-Führungskräfte sind, ist fast ein Drittel (32 Prozent) der Ansicht, dass das größte Hindernis für erfolgreiche Führungskräfteentwicklung das fehlende Engagement der Unternehmensleitung ist. Ein geringes Budget und interne Abstimmungsprobleme folgen erst mit jeweils 26 Prozent. Für 14 Prozent ist die fehlende Verfügbarkeit von Know-how das größte Hemmnis.

Kritik an Entwicklungsprogrammen und Weiterbildungsangeboten

Gefragt nach der aktuellen Führungskräfteentwicklung im Unternehmen, antwortete mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Studienteilnehmer, die Ergebnisse der laufenden Programme für höchstens ausreichend zu erachten. Genauso viele Führungskräfte sind unzufrieden mit dem Weiterbildungsangebot.

Lediglich ein gutes Drittel (36 Prozent) der Programme zur Führungskräfteentwicklung ist spezifisch und maßgeschneidert. Trainings mit persönlicher Präsenz und Live-Trainer machen bei Entwicklungsprogrammen nur 37 Prozent des gesamten Weiterbildungsangebots aus. 40 Prozent der befragten Führungskräfte wünschen sich zudem vor allem zusammenhängende Programmangebote, während 23 für Einzeltrainings plädieren. Insgesamt würden nur rund 52 Prozent der Befragten die derzeit laufenden Trainings und Entwicklungsprogramme beibehalten.

Obere Leitungsebene sollte mehr Präsenz zeigen

Korn Ferry schließt aus den Ergebnissen, dass es Zeit sei für das Top-Management, das Thema Nachfolgeplanung und Führungskräfteentwicklung jetzt konkret in den Fokus zu nehmen. Die obere Leitungsebene müsse künftig eine deutliche stärkere Präsenz zeigen und zwar sowohl bei der Entwicklung von Programmen zur Führungskräfteentwicklung als auch bei der Durchführung der Maßnahmen.

Die vollständige Studie in englischer Sprache kann > hier heruntergeladen werden.