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LinkedIn-Studie: Lernen wird immer mehr zur Priorität

Mitarbeitende werden sich 2021 verstärkt neue Skils aneignen, denn die Weiterbildung der Belegschaft wird immer mehr zu Priorität. (Foto: insta_photos Adobe Stock)
Mitarbeitende werden sich 2021 verstärkt neue Skils aneignen, denn die Weiterbildung der Belegschaft wird immer mehr zu Priorität. (Foto: insta_photos Adobe Stock)

Das Thema Lernen hat in Unternehmen einen immer größeren Stellenwert bekommen. Laut dem aktuellen “Workplace-Learning-Report” des sozialen Berufsnetzwerks LinkedIn werden Mitarbeitende im Jahr 2021 vor allem in den Bereichen Change Management, Diversität und digitale Kompetenz weitergebildet werden.

Für die Studie wurden weltweit 1260 Mitarbeitende aus dem Bereich “Learning und Development” (L&D), 3080 People Manager sowie 814 Lernende der LinkedIn-Learning-Plattform im November 2020 befragt. Das Ergebnis: Lernen ist auf dem Tisch der Geschäftsführung gelandet. 62 Prozent der L&D-Experten fühlen sich von den CEO gehört und als wichtig angesehen, im Vergleich zum März 2020 ist dies ein Anstieg von 39 Prozent. Dies liegt laut den LinkedIn-Studienverfassern daran, dass die Corona-Pandemie eine durch die Digitalisierung verursachte Arbeitsmarktentwicklung beschleunigt und sichtbar gemacht hat, die schon seit längerer Zeit stattfindet. Sie verweisen auf den “World Economic Forum Report”, nach dem bis 2025 etwa 85 Millionen Jobs ersetzt und circa 97 Millionen Stellen neu entstehen werden.

Die Power Skills für 2021

Die Skills, mit denen dieser Wandel scheinbar gut bewältigt werden kann, haben die Studienverfasser als Power Skills für 2021 identifiziert: Resilienz, digitale Kompetenz sowie Kommunikationsfähigkeit und emotionale Intelligenz seien von großer Bedeutung in diesem Jahr. Zu diesen Themen möchten die meisten der befragten L&D-Experten 2021 Programme in ihrem Unternehmen einführen. Doch innerhalb der Programmpläne taucht ein weiteres Thema auf: Diversität. Rund zwei Drittel der Befragten sagten, dass ihre Geschäftsführung 2021 Diversität zur Priorität machen wird.

Das lassen sich die Unternehmen etwas kosten. JP Morgan stellt beispielsweise 2021 rund 600 Millionen US-Dollar für die Weiterbildung der eigenen Mitarbeitenden zur Verfügung, bei Amazon sind es etwa 700 Millionen US-Dollar. Doch auch kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) fokussieren sich auf das Lernen der Mitarbeitenden. Laut der LinkedIn-Studie priorisieren sie Up- und Reskilling derzeit sogar mehr als große Unternehmen. “Das könnte daran liegen, dass viele große Unternehmen bereits Lernprogramme etabliert haben”, so die Verfasser der Studie.

Interne Mobilität fördern

Das Lernen solle auch eine Besetzung der neu entstehenden Stellen mit bereits vorhandenen Mitarbeitenden ermöglichen. Für die Mitarbeitenden hieße dies, eine neue Position einzunehmen. Laut 51 Prozent der Befragten wird diese interne Mobilität immer wichtiger. Im globalen Vergleich hat sich diese Ansicht besonders in Deutschland verstärkt (um 24,6 Prozent), was von Vorteil sein könnte. Denn: Laut den LinkedIn vorliegenden Daten arbeiten Mitarbeitende eines Unternehmen, in dem die interne Mobilität groß ist, für einen doppelt so langen Zeitraum in ihrer Firma und sind dreieinhalbmal so stark involviert wie in einem Unternehmen mit einer geringen internen Rotation. Laut der LinkedIn-Studie haben rund 38 Prozent der befragten Mitarbeitenden Lernprogramme genutzt, die ihnen dabei helfen, intern eine andere Position einzunehmen.

“Menschen sind viel mehr dazu in der Lage, sich neue Skills anzueignen
und in Jobs zu wechseln, die derzeit gesucht werden, als ursprünglich
gedacht.”

Wenn Mitarbeitende ihre Position innerhalb eines Unternehmens wechseln, ist dies nicht immer im selben Milieu. “50 Prozent derjenigen, die in die Bereiche Datenanalyse und Künstliche Intelligenz (KI) gegangen sind, stammen ursprünglich aus komplett anderen Branchen”, heißt es im Report. Diese Menschen bringen allerdings eine große Bandbreite an anderen Skills mit und haben sich meist nicht nur auf eine Fähigkeit spezialisiert. “Menschen sind viel mehr dazu in der Lage, sich neue Skills anzueignen und in Jobs zu wechseln, die derzeit gesucht werden, als ursprünglich gedacht”, so die Studienverfasser.

Der Report zeigt auch Faktoren auf, die eine Weiterbildung erfolgreicher machen können: Die Vorgabe eines Lernpfades sowie die Erstellung eines digitalen Lernkalenders kann hilfreich sein, um Mitarbeitende für das Lernen zu motivieren. Auch habe es sich laut den Befragten als effektiv erwiesen, den Mitarbeitenden vor den Kursen Vorbereitungsaufgaben zu geben sowie ein soziales Lernumfeld zu erschaffen, in dem der Lernende sich als Teil der Gruppe fühlt und sich beispielsweise per Chat mit den Kollegen austauschen kann. Die Kurse gemeinsam mit dem Mitarbeitenden auszuwählen und eher weniger und gezielte Programme für den jeweiligen Kollegen zu finden, habe sich als gute Lernstrategie erwiesen.


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