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Azubi-Recruiting: So erreichen Sie die Generation Z

Frage an die HR-Werkstatt: Wie schaffen wir es, die Generation Z auf unser Unternehmen und unsere freien Lehrstellen aufmerksam zu machen?

Es antwortet: Danny Roller, Gründer und CEO der Scoolio GmbH

Viele Unternehmen tun sich schwer, die Generation “Mobile First” zielgruppengerecht über freie Ausbildungsplätze zu informieren. Klassische Instrumente wie Printanzeigen und Ausbildungsmessen spielen für die Generation Z, also diejenigen, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren sind, keine große Rolle mehr. Stattdessen sind die Jugendlichen digital unterwegs – und das vor allem mobil. Laut der Postbank Digital Studie 2020 sind die 16- bis 18-Jährigen rund 10 Stunden am Tag online; fast sechs Stunden entfallen dabei auf das Smartphone.

Dies ist jedoch nicht als Zeichen für Oberflächlichkeit und Langeweile zu werten.  Die Jugendlichen lernen den Umgang mit Hard- und Software sehr schnell und nutzen ihr technisches Know-How produktiv für Recherche und Organisation. Daher ist es auch für Unternehmen auf Azubi-Suche an der Zeit, in eine zeitgemäße digitale Präsenz zu investieren und sich den Anforderungen der Gen Z anzupassen.

Tipp 1: Seien Sie sichtbar

In der Flut an Informationen, die im Internet auf die künftigen Azubis einströmt, ist es für Unternehmen besonders wichtig, überhaupt wahrgenommen zu werden. Sorgen Sie daher dafür, dass sie leicht über Google auffindbar sind. Das muss nicht gleich eine komplette Google-Ads-Kampagne umfassen.  Beginnen Sie damit, einen Firmeneintrag bei Google My Business anzulegen. So sind die wichtigsten Unternehmensdaten (etwa Adresse, Kontaktdaten) nicht nur für Ihre Kunden, sondern auch für Ausbildungssuchende leicht über Google und Google Maps auffindbar.

Darüber hinaus sollte Ihre Website ansprechend, übersichtlich und auch für die mobile Ansicht geeignet sein. Sorgen Sie dafür, dass die wichtigsten Informationen zum Unternehmen und zu den Stellenangeboten mit so wenigen Klicks wie möglich abrufbar sind.

Tipp 2: Machen sie es kurz

Als Digital Natives wissen die Jugendlichen genau, wo sie Informationen finden und sind in der Lage, diese schnell zu erfassen. Dies hat allerdings auch zum Nachteil, dass sie sich nur wenig Zeit zum Scannen von Online-Inhalten nehmen.

Versuchen Sie daher, die wichtigen Informationen kurz zu halten und diese, wenn möglich, visuell zu untermalen. Studien zeigen, dass Bilder bis zu 60.000 Mal schneller verarbeitet werden als Text. Auch ein einfacher und schneller Bewerbungsprozess via Smartphone (eine sogenannte One-Click-Bewerbung) kann helfen, die Zahl Ihrer möglichen Bewerber zu vergrößern.

Tipp 3: Nehmen Sie die Gen Z ernst

Die Gen Z stellt besondere Anforderungen an Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe. Während in Vorgängergenerationen oft das Gehalt oder Karriereansprüche im Vordergrund standen, ist den heutigen Azubis vor allem wichtig, dass sie ernst genommen werden und das Arbeitsklima stimmt.

Darüber hinaus ist es ihnen wichtig, für Unternehmen zu arbeiten, die ihre Werte vertreten. Dazu gehören vor allem ein Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz sowie soziale Themen, wie eine Studie herausfand.

Tipp 4: Seien Sie dort, wo die Jugendlichen sowieso sind

Laut einer Umfrage der Schüler-Community Scoolio informieren sich über 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler über Apps und Internetportale zu möglichen Ausbildungsberufen. Schaffen Sie daher Schnittstellen zu den Netzwerken, die die Schüler sowieso nutzen und bieten Sie Möglichkeiten für einen schnellen und formlosen Erstkontakt.

Dies können Sie beispielsweise über lokale Werbeanzeigen bei Instagram, Snapchat Tiktok oder eben Scoolio erreichen. Hier bietet sich eine Verbindung mit kurzen Bewegtbildern an, die das Wichtigste zum Beruf und die Besonderheiten des Unternehmens kurz zusammenfassen.

Tipp 5: Werden Sie persönlich

Unpersönliche Beschreibungstexte auf Websites und Flyern waren gestern: Die Generation Z möchte überzeugt werden und Einblicke darüber erhalten, mit wem sie künftig an welchen Projekten arbeiten sollen, bevor sie sich für eine Berufsausbildung entscheidet. Und das am liebsten visuell: Laut der Teengeist-Studie 2020 können Teenager am wenigsten auf Youtube-Videos verzichten.

Machen Sie sich diese Erkenntnis zunutze: Stellen Sie den zukünftigen Vorgesetzten kurz in einem Video vor oder lassen Sie einen Ihrer bisherigen Azubis über das Unternehmen und die Ausbildung berichten. Das sind Ihre wichtigsten Botschafter, oder wie die Gen Z sagen würde: Influencer.

Tipp 6: Nutzen Sie Ihre Kontakte

Networking funktioniert auch beim Azubi-Recruiting sehr gut. Arbeiten Sie zum Beispiel mit lokalen Vereinen zusammen, die eine entsprechende Social Media Reichweite haben. Während früher Werbebanden bei Events aufgestellt wurden, können die Vereine heutzutage helfen, Ihre Stellenanzeigen über soziale Medien zu teilen und dadurch die richtige Zielgruppe zu erreichen.

Fazit

Um die Auszubildenden von morgen zu erreichen, ist ein Überdenken der bisherigen Herangehensweise notwendig. Denken Sie digital und vor allem: Nehmen Sie die Schülerinnen und Schüler ernst, auch wenn ihre digitale Lebenswelt auf Sie erstmal oberflächlich wirkt. Die Generation Z möchte die Zukunft mitgestalten und in Unternehmen arbeiten, die für soziale Werte und Umweltfreundlichkeit stehen.

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