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Studie: Was kommt nach den Baby-Boomern?

Mit dem Generationswechsel auf dem Arbeitsmarkt ändern sich auch die Anforderungen an Arbeitgeber. Foto: nyul/AdobeStock
Mit dem Generationswechsel auf dem Arbeitsmarkt ändern sich auch die Anforderungen an Arbeitgeber. Foto: nyul/AdobeStock

Statt Arbeitslosigkeit wird es in Zukunft eine “Arbeiterlosigkeit” geben. Diesen Begriff jedenfalls nutzte Stepstone-CEO Sebastian Dettmers bei der Vorstellung einer Studie, die sein Unternehmen gemeinsam mit der New Work SE und Kienbaum unter der Federführung des Instituts der Deutschen Wirtschaft durchgeführt hat. Der Befund gelte dabei nicht nur für Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern und Weltregionen. “Das Thema Bevölkerungsrückgang gibt es in allen Industrieländern”, sagt Dettmers. Daher werde es ein globales Ringen um Talente geben.

Das zeigt auch die Studie, die unter dem Titel “Bye-Bye Baby-Boomer” nicht weniger als einen drastischen Wandel der Deutschen Wirtschaft in den kommenden 15 Jahren postuliert. Schließlich gingen die letzten geburtenstarken Jahrgänge, die Baby-Boomer, so langsam in Rente, weniger Erwerbstätige müssten also in Zukunft mehr erwirtschaften. Mehr als fünf Millionen Erwerbstätige würden insgesamt fehlen.

Anforderungen der Kandidaten dürften steigen

Unternehmen müssten also ihre Produktivität erhöhen, was eben nur mit kompetenten und motivierten Beschäftigten gehe. Dass hier einiges getan werden muss, zeigt eine im Rahmen der Studie durchgeführte Umfrage: 75 Prozent der Beschäftigten denken demnach mindestens gelegentlich über einen Jobwechsel nach. Und doch entscheiden sich am Ende tatsächlich nur 11 Prozent dafür. Grund seien dafür meist Gehalt, Karrieremöglichkeiten sowie das Betriebsklima – was wiederum keine neue Erkenntnis ist.

Allerdings dürften die Anforderungen, die Kandidatinnen und Kandidaten stellen, in Zukunft größer werden, wenn es weniger von ihnen gibt und sie sich dadurch in immer mehr Bereichen den Arbeitgeber aussuchen können. “Wir müssen uns mit den Arbeitsbedingungen befassen”, sagt daher Petra von Strombeck, Vorstandsvorsitzende der New Work SE. “Insbesondere mit der Unternehmenskultur.” Mitarbeitende wünschten sich mehr eigenverantwortliches Arbeiten, Entwicklungsmöglichkeiten, Weiterbildung und Sinn. “Zudem unterschätzen viele Unternehmen die Bedeutung des Cultural Fits.”

Unternehmen müssten sich darüber Gedanken machen, “welche Kompetenzen in Zukunft gebraucht werden und wie sich Jobprofile entwickeln”, ergänzte Bibi Hahn, Co-CEO bei Kienbaum, bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag. IW-Direktor Michael Hüther kommentierte: “Der Handlungsdruck ist jetzt da.”

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.

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