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Sechs von zehn Bewerbern entscheiden sich nach dem ersten Jobinterview

Zwei Unternehmensvertreter und Kandidat im Bewerbungsgespräch. Unternehmensvertreter reicht Bewerber die Hand, der offenbar noch zögert einzuschlagen
Ja oder Nein? Die meisten Kandidaten entscheiden nach dem ersten Vorstellungsgespräch, ob sie den Job annehmen.
Foto: © Freedomz/Fotolia.de

Im Rahmen einer Studie von > Robert Half wurden Arbeitnehmer danach gefragt, wie schnell sie sich entscheiden, ob sie für das Unternehmen, bei dem Sie ein Vorstellungsgespräch haben, arbeiten möchten. Danach fällt für acht Prozent die Entscheidung schon nach der ersten Kommunikation per Anruf oder E-Mail, noch bevor das Interview überhaupt stattfindet. Mehr als jeder Sechste (18 Prozent) weiß schon innerhalb der ersten fünf
Minuten des ersten Vorstellungsgesprächs, ob er die Stelle bei einer
Zusage annehmen will oder nicht. Fast zwei Drittel der Jobsuchenden (60 Prozent) entscheiden sich nach dem ersten Vorstellungsgespräch für oder gegen ein Unternehmen. Acht Prozent werden sich bei nachfolgenden Vorstellungsgesprächen darüber klar, ob es der richtige Arbeitgeber für sie ist. Immerhin sechs Prozent lassen sich für die Entscheidung Zeit bis zu den Vertragsverhandlungen. An der Studie nahmen in Deutschland 1000 Arbeitnehmer teil, die die in den vergangenen fünf Jahren auf Arbeitssuche gewesen waren.

Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half, rät Personalabteilungen dazu, sich wenige Tage nach dem ersten Bewerbungsgespräch bei den Kandidaten zu erkundigen, ob sie weiterhin Interesse an der Stelle haben. Dies könne auch den Bewerbungsprozess verkürzen.

Schnelle Kündigung, wenn Aufgaben und Unternehmenskultur nicht passen

Ist es schließlich zur Einstellung gekommen, würden neun von zehn Arbeitnehmern den neuen Job bereits innerhalb des ersten Monats wieder kündigen, wenn die Stelle nicht ihre Erwartungen erfüllt. 45 Prozent würden sich vom Arbeitgeber trennen, wenn die Aufgaben nicht denen entsprechen, die ursprünglich ausgeschrieben wurden. Ebenso viele würden kündigen, wenn sie mit der Unternehmenskultur nicht zurechtkommen. Wegen schlechten Managements würden 44 Prozent kündigen und 36 Prozent würden den Job hinwerfen, wenn sie schlecht eingearbeitet werden.

Unternehmen sollten im Bewerbungsgespräch daher unbedingt realistisch bleiben und ehrlich kommunizieren, wie die Firma tickt und welche Aufgaben auf die Kandidaten zukommen. Wer sichergehen will, sollte einen Probearbeitstag mit dem Bewerber vereinbaren,

empfiehlt Umbs. Schon durch wenige Stunden gemeinsames Arbeiten könnten beide Parteien besser einschätzen, was sie erwartet und ob sich die Stellenbeschreibung mit den tatsächlichen Aufgaben deckt.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.