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Wie Mitarbeiter über Rassismus am Arbeitsplatz denken

Finger auf PC-Tastatur mit Aufschrift
Jedem zweiten Deutschen ist es wichtig, sich gegen Rassismus einzusetzen.
Foto: © momius-stock.adobe.com

Jedem zweiten Deutschen (50,4 Prozent) ist es wichtig, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen. 36,8 Prozent sagen, es sei ihnen nicht wichtig. 57 Prozent sind der Ansicht, dass Unternehmen in der Öffentlichkeit stärker Haltung gegen Rassismus zeigen sollten. Genauso viele denken, dass sich rechtsextreme Vorkommnisse negativ auf den Wirtschaftsstandort auswirken können. 17,4 Prozent der Beschäftigten haben bereits beobachtet, dass andere Menschen rassistisch diskriminiert wurden; 2,7 Prozent sagen, dass sie selbst schon einmal Opfer waren. Das sind Ergebnisse der Studie “Rassismus im Kontext mit Wirtschaft und Arbeit” von Gesicht Zeigen e.V., EY Deutschland und Civey. An der repräsentativen Befragung nahmen im Juli dieses Jahres 5000 Deutsche teil.

Die Mehrheit würde rassistische Vorfälle dem Vorgesetzten melden

Die Studienteilnehmer wurden danach gefragt, wie sie sich verhalten, wenn sie Zeuge rassistischer Äußerungen werden. Die Mehrheit (62,3 Prozent) würde solche Vorfälle sofort dem Vorgesetzten melden: 39,3 Prozent davon stimmten der Aussage “Ja, auf jeden Fall” zu, 20,8 Prozent der Aussage “eher ja”. 28,1 Prozent würden sich nicht oder eher nicht an ihren Chef wenden, der Rest ist unentschieden.

Viele Diskriminierungen kommen daher erst gar nicht zum Vorschein, was aber durchaus auch daran liegen mag, dass dafür notwendige Strukturen nicht vorhanden sind,

sagt Sophia Oppermann, Geschäftsführerin von Gesicht Zeigen!.

Jeder Vierte weiß nicht, an wen er sich bei Diskriminierung anderer wenden kann

45,9 Prozent der Befragten geben an, dass es in ihrem Unternehmen eine Person gibt, an die sie sich bei rassistischen Fällen wenden können. 26,7 Prozent sagen, das sei nicht der Fall und 27,4 Prozent wissen es nicht. Für den Fall, dass sie selbst diskriminiert würden, wissen 60,9 Prozent, wenn sie ansprechen können. 8,8 Prozent der Studienteilnehmer befürchten, dass sich für sie Nachteile am Arbeitsplatz ergeben könnten, wenn sie sich gegen Rassismus einsetzen. Es sei vor allem Aufgabe des Unternehmensmanagements, Strukturen zu schaffen, die gewährleisten, dass rassistische Vorfälle anerkannt und ernst genommen werden und für ein Klima zu sorgen, in dem ethnische und kulturelle Vielfalt wirklich gelebt wird, sagt Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland. Dr. Rana Deep Islam, Projektleiter der Studie bei EY, appelliert an die Unternehmenslenker, konsequenter und entschlossener gegen Rassismus vorzugehen und das Thema stärker in ihrer Organisation zu verankern.

Sämtliche Studienergebnisse gibt es als > Download.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.