Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Vielfalt braucht auch Bilder

Vier junge Menschen, einer im Rollstuhl und ein Farbiger
Viele Menschen wünschen sich von Unternehmen mehr bildhafte Darstellungen von Vielfalt. Foto: © Seventyfour-stock.adobe.com

Die Bildagentur > Getty Images hat in Kooperation mit YouGov eine Studie zum Thema Diversität durchgeführt. Dafür wurden im Sommer dieses Jahres 10 000 Verbraucher in 13 Ländern repräsentativ befragt. Die Mehrheit der Studienteilnehmer sieht sich im Alltag mit Vorurteilen konfrontiert. Fast zwei Drittel (63 Prozent) gaben an, schon einmal diskriminiert worden zu sein. Davon nannten acht Prozent eine körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigung als Grund. Ein Drittel der Befragten gab an, am ehesten am Arbeitsplatz diskriminiert zu werden, dicht gefolgt von der Gemeinde, in der sie leben, und der Politik.

Junge Menschen und Frauen fühlen sich öfter benachteiligt

Vertreter der Generation Z fühlen sich häufiger benachteiligt als andere Altersgruppen. Frauen sind laut Studie stärker betroffen als Männer. Auch geben Menschen in Amerika öfter an, gegen Diskriminierung kämpfen zu müssen als jene in Europa und asiatischen Regionen. In Nordamerika fühlen sich die Befragten vor allem wegen ihrer Hautfarbe benachteiligt (57 Prozent). Auch stellen dort 53 Prozent Vorurteile aufgrund ihrer Herkunft fest. In Europa sagen 56 Prozent der Studienteilnehmer, die sich aufgrund ihrer Ethnie anders behandelt fühlen, dies sei auf Annahmen über ihre Nationalität oder ihr Herkunftsland zurückzuführen.

Mehrheit wünscht sich von Unternehmen mehr visuelle Darstellungen von Vielfalt

Insgesamt fühlen sich nur 15 Prozent aller Befragten durch Werbung oder Unternehmenskommunikation angemessen vertreten. Die ausgewählten Bilder zeigten häufig noch immer Stereotype, in denen Menschen mit Behinderungen, anderen Hautfarben oder sexuellen Orientierungen keinen Platz haben, so die Studie. Jeder Dritte (34 Prozent) wünscht sich mehr Gleichberechtigung. Gut jeder Vierte (27 Prozent) erwartet außerdem mehr Akzeptanz, was Unterschiede zwischen den Menschen betrifft. Auch sind weltweit 71 Prozent der Studienteilnehmer der Meinung, es sei für Unternehmen wichtig, Diversität in allen Formen und Farben zu “zelebrieren”. In Deutschland teilen knapp zwei Drittel (64 Prozent) diese Ansicht.

Gestiegene Anfrage nach Bildern von Menschen mit Behinderung

Was speziell Menschen mit einer körperlichen oder kognitiven Einschränkung betrifft, so steigt derzeit der Bedarf an entsprechendem Bildmaterial. Das sei ablesbar an den Suchbegriffen, die auf den Plattformen von Getty Images und iStock eingegeben werden: So hat die Suche nach dem Begriff “disability office” gegenüber dem letzten Jahr um 136 Prozent zugenommen. Suchanfragen nach “workplace disability” sind sogar um 685 Prozent gestiegen. In Deutschland hat sich die Zahl der Anfragen nach dem Wort “Inklusion” um 200 Prozent erhöht. Getty Images hat für solche Anfragen eine “Disability Collection” mit authentischen und respektvollen Darstellungen von Menschen mit Behinderungen herausgebracht.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.