KI bei der Jobsuche: So setzen Bewerber die Technologie ein 

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nimmt in nahezu allen Lebensbereichen zu – und macht auch vor der Jobsuche nicht halt. Mittlerweile nutzen Bewerbende die Technologie dazu, den passenden Beruf zu finden und potenzielle Arbeitgeber zu überprüfen. Konkrete Zahlen dazu liefert die Studie „Jobsuche per KI und die Rolle von Bewertungen“ des Marktforschungsinstituts Bilendi. Im Auftrag eines interdisziplinären Wissenschaftlerteams unter Leitung der Wirtschaftsuniversität Wien wurden dazu mehr als 2000 Jobsuchende und Bewerbende befragt. 

Fast jeder und jede Dritte davon benutzt KI bereits bei der Stellensuche und zur Überprüfung des potenziellen zukünftigen Brötchengebers. Dennoch ist die Technologie noch nicht überall angekommen: 44 Prozent der Befragten können sich vorstellen, KI künftig für diesen Zweck einzusetzen, während 26 Prozent eine solche Nutzung grundsätzlich ablehnen. 

Die Analyse erfasste Teilnehmende im Alter von 18 bis 67 Jahren. Hinsichtlich des Nutzungsverhaltens von KI zeigt sich ein klares Muster: Jüngere Zielgruppen wenden Tools wie ChatGPT oder Gemini bei der Jobsuche häufiger an als ältere, der Anteil sinkt mit zunehmendem Alter. Gleichzeitig zeigen die 60- bis 67-Jährigen die größte Bereitschaft, die Methode in Zukunft einzusetzen (48 Prozent), gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen (47 Prozent). 

Wofür setzen Jobsuchende KI im Bewerbungsprozess ein? 

Von der Suche nach einem neuen Job und dem richtigen Arbeitgeber über die Bewerbung bis hin zum Vorstellungsgespräch – der Weg in eine neue Stelle erfordert vorab viele Schritte, bei denen KI unterstützen kann. Der Studie zufolge werden KI-basierte Sprachmodelle am häufigsten zum Verfassen von Motivationsschreiben genutzt (42 Prozent).  

Einige Teilnehmende bereiten sich mit dem Tool zudem auf das Bewerbungsgespräch vor (39 Prozent), passen den Lebenslauf an den Arbeitgeber bzw. die Ausschreibung an oder lassen den Arbeitsvertrag inhaltlich prüfen (jeweils 38 Prozent). Für die gezielte Suche nach passenden Stellenangeboten wird KI hingegen seltener eingesetzt, wie 45 Prozent der Befragten berichteten. 

Hauptgrund für den Einsatz von KI im Bewerbungsprozess ist den Angaben zufolge vor allem das Ziel, die Qualität der eigenen Bewerbung zu steigern. Diesen Punkt hat fast jeder zweite Teilnehmende in der Studie angegeben. Gleichzeitig befürchten 43 Prozent, vom Unternehmen schlechter bewertet zu werden, sobald die KI-Unterstützung erkannt wird. 

Wie glaubwürdig sind KI-Ergebnisse bei der Arbeitgeberrecherche? 

Neben der konkreten Nutzung liefert die Studie auch Erkenntnisse zur wahrgenommenen Glaubwürdigkeit von KI. Trotz bekannter Risiken – etwa sogenannter Halluzinationen, bei denen die Technologie falsche Informationen generiert – schätzen 42 Prozent der Befragten KI-Rechercheergebnisse als glaubwürdiger ein als Suchen über Google oder Jobbörsen wie Kununu. 15 Prozent teilen diese Einschätzung nicht, während fast die Hälfte keinen Unterschied in der Vertrauenswürdigkeit wahrnimmt. 

Ob sich die Glaubwürdigkeit durch den zunehmenden Einfluss generativer KI in den kommenden Jahren verändern wird, beurteilen die Befragten unterschiedlich: 45 Prozent erwarten keine Veränderung, 29 Prozent rechnen mit einem Anstieg der Glaubwürdigkeit (davon 7 Prozent deutlich) und 26 Prozent gehen von einer Abnahme aus (9 Prozent deutlich). 

Abgefragt wurde die Glaubwürdigkeit in Bezug auf öffentliche externe Arbeitgeberinformationen, arbeitgebereigene Karrierewebsites, Mitarbeiterbewertungen auf Bewertungsplattformen sowie Pressebeiträge. Zwischen diesen Quellen zeigen sich kaum nennenswerte Unterschiede in der Wahrnehmung der Befragten. 

Info

Paula Heidemann

Paula Heidemann ist Volontärin bei der Personalwirtschaft.