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Zeitarbeit – für die meisten Personaler wichtig

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Die Arbeitnehmerüberlassung ist aus Personalersicht ein bedeutendes Rekrutierungsinstrument.
Foto: © DOC RABE Media/StockAdobe

Laut einer Befragung im Auftrag des Personaldienstleisters > Orizon ist Zeitarbeit als Rekrutierungsinstrument für circa sechs von zehn Personalern (58,5 Prozent) hierzulande wichtig. Fast jeder Vierte (22,6 Prozent) gibt an, die Leiharbeit sei sehr wichtig. Ein knappes Fünftel (17,1 Prozent) hält die temporäre Mitarbeiterüberlassung für weniger wichtig und lediglich 1,8 Prozent bewerten Zeitarbeit als überhaupt nicht wichtig. An der Befragung im Oktober 2018 nahmen 164 Mitarbeiter und Verantwortliche in Personalabteilungen in Deutschland teil. Die Mehrheit der Befragten arbeitet in Unternehmen der Branchen Produktion und Fertigung, Metall und Elektro sowie Maschinen- und Anlagenbau.

HR schätzt Berufserfahrung der Leiharbeiter

Gefragt danach, welche Gründe ihrer Meinung nach für Zeitarbeit sprechen, gab deutlich mehr als die Hälfte der befragten Personaler an, dass sie die Berufserfahrung schätzen, die viele Zeitarbeitnehmer mitbringen. Leiharbeiter seien durch ihre wechselnden Einsätze oft sehr gut in der Lage, sich schnell in neuen Jobs zurechtzufinden. Im Lebenslauf von Bewerbern bewerten es die Personale als positiv, wenn Kandidaten eine abgeschlossene Berufsausbildung, Weiterbildungsmaßnahmen und die lückenlose Beschäftigung bei einem Arbeitgeber vorweisen können. Doch auch die lückenlose Beschäftigung mit Stationen in der Zeitarbeit sehen die Befragten als Plus im Lebenslauf von Bewerbern an. Als kritisch beurteilen sie dagegen Beschäftigungslücken oder Phasen der Arbeitslosigkeit.

Für jedes zweite Unternehmen kam 2018 die Höchstüberlassungsdauer bereits zum Tragen

Seit Inkrafttreten der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) zum 1. April 2017 gilt eine Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten. Für rund die die Hälfte (53 Prozent) der befragten Unternehmen kamen die Änderungen in 2018 zum Tragen; zum 1. Oktober mussten erstmals Zeitarbeitnehmer bestehende Einsätze verlassen. Laut Orizon schaden die neuen Bestimmungen zum Teil mehr als sie nützen. Wie eine Umfrage Anfang letzten Jahres unter Zeitarbeitnehmern gezeigt habe, führe die Begrenzung auf 18 Monate bei den Leiharbeitern zu großer Verunsicherung.

Die kürzlich angestoßene Petition beim Deutschen Bundestag zur Abschaffung der Höchstüberlassungsdauer belegt, dass der Druck auf die Politik, diese Abwärtsspirale aufzuhalten, steigt,

kommentiert Dr. Dieter Traub, CEO von Orizon, die Situation.

Mehrheit der Personalverantwortlichen spürt keinen erhöhten Aufwand durch neues AÜG

Auf die Frage, wie die Umsetzung der Bestimmungen zur Höchstüberlassungsdauer und zu Equal Pay – durch die AÜG-Reform haben Zeitarbeitnehmer nach neun Monaten beim gleichen Unternehmen einen Anspruch auf gleiche Bezahlung wie vergleichbare Stammarbeitnehmer – die Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen verändert habe, antwortete nur ein geringer Teil der Personaler, die Abstimmung sei aufwändiger geworden. Die Mehrheit spürt keine zusätzliche Belastung. Laut Studie ist es den Personalunternehmen gelungen, die erhöhten Anforderungen an administrative Prozesse und die größere Komplexität, die durch die neuen gesetzlichen Regelungen entstanden sind, von ihren Kunden fernzuhalten. So setzt auch der größte Teil der Unternehmen auf Kontinuität und arbeitet nach eigener Aussage weiterhin mit den gleichen Zeitarbeitsunternehmen zusammen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.