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Rund ein Fünftel der Ukraine-Geflüchteten hat einen Job in Deutschland gefunden

Etwa ein Fünftel der Menschen, die aufgrund des Krieges aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, hat bisher hierzulande einen Job gefunden. Der Großteil der restlichen Geflüchteten ist noch auf der Suche. Das geht aus einer Untersuchung des ifo Instituts hervor, für die 936 der vor dem Krieg nach Deutschland geflüchteten Ukrainer und Ukrainerinnen Ende Mai und Anfang Juni dieses Jahres zu ihren Aufenthaltsplänen und ihrer Arbeitssituation befragt wurden. Etwa die Hälfte von ihnen (52 Prozent) will in den kommenden zwei Jahren in Deutschland bleiben. Sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, könnte auch im Rahmen des derzeitigen Fachkräftemangels für die Bundesrepublik von Vorteil sein.

Rund jeder Fünfte hat bisher Arbeit gefunden

In der Erhebung ging es unter anderem darum, wie viele der Geflüchteten in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen wollen oder bereits haben. Diese Frage beantworteten 672 Studienteilnehmende, davon 599 Frauen. Ein Sechstel der Befragten (16 Prozent) gibt an, hierzulande bereits oder demnächst im erlernten Beruf zu arbeiten. Weitere sechs Prozent sagten, dass sie schon einen Job haben oder bald unterhalb ihrer Qualifikation arbeiten werden. Gut jeder vierte Geflüchtete (26 Prozent) möchte in Deutschland berufstätig sein, aber ausschließlich im Rahmen der bisher erworbenen Qualifikation.

Genauso viele sind ebenfalls an einem Job interessiert, würden jedoch auch unter ihrer Qualifikation tätig sein. Jeder sechste Befragte (16 Prozent) würde gern arbeiten, schätzt seine Chancen am deutschen Arbeitsmarkt aber als gering ein. Lediglich zehn Prozent haben kein Interesse daran, in Deutschland einem Job nachzugehen oder sehen keine Möglichkeit dazu.

Wer sind die Geflüchteten?

Das große Interesse, hierzulande zu arbeiten, erklärt sich auch dadurch, dass die meisten der geflüchteten Menschen mitten im Berufsleben standen, als sie die Ukraine verließen. Fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent) sind zwischen 30 und 49 Jahre, wovon Frauen dieser Altersgruppe mit Kindern überwiegen. Elf Prozent sind zwischen 18 und 29 Jahre alt.

Viele von ihnen sind hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Sieben von zehn Geflüchteten (71 Prozent) verfügen nach eigener Aussage über einen Hochschulabschluss und zwölf Prozent bringen eine Berufsausbildung mit. Die Mehrheit der Befragten war zuvor im Heimatland vollbeschäftigt, der zweitgrößte Anteil hatte ein eigenes Unternehmen oder war freiberuflich tätig.

Was bringt die Zukunft?

Die Voraussetzungen, um sie in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, scheinen folglich nicht schlecht zu sein. Inwiefern die geflüchteten Menschen aus der Ukraine die für den hiesigen Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen mitbringen, wird sich allerdings erst zeigen. Auch, ob ihre Integration in den Arbeitsmarkt mit sozialen Spannungen einhergeht, bleibt abzuwarten.


Die vollständigen Studienergebnisse sind unter dem Titel „Prospects for Integration of Ukrainian Refugees into the German Labor Market: Results of the ifo Online Survey“ als Zeitschriftenaufsatz erschienen und stehen hier zum Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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