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So nutzen KMU Facebook für die Suche nach Auszubildenden

Smartphone mit Facebook-Seite und daneben Skrabble-Steine
Besonders um junge Bewerbergruppen auf Stellen aufmerksam zu machen, lohnt sich eine Firmen-Facebook-Seite. Bild: unsplash / William Iven

Alle Jahre wieder steht sie an: die Suche nach motivierten Auszubildenden für den eigenen Betrieb. Dass man als Firma bei Berufsmessen oder gar schon in der Schule Präsenz zeigen sollte und sich potenzielle Lehrlinge genau dort über Praktika und Schnuppertage finden lassen, ist vielen Mittelständlern bekannt. Was trotz Dauerthema Digitalisierung jedoch oft noch nicht umgesetzt wird, ist der kostenlose Auftritt in Social Media, als Firma generell, für die Ansprache der jungen Zielgruppe im Speziellen. Wie kann dieses Vorhaben gelingen und warum eignet sich gerade Facebook am besten dafür?

Social Media als Webseite 2.0 verstehen

Dass Social Media und insbesondere Facebook als Recruiting-Kanal funktionieren, zeigt dieses Beispiel: Im Februar 2018 postete die Glaserei Sterz aus dem schönen Geestland ein › 80-sekündiges Video auf Facebook. Darin lässt Glasermeister Sterz eine Glasscheibe zu Boden fallen und verlautet: “Moin, ich habe zwei Ausbildungsplätze zu vergeben”. Das Video wurde zum Internet-Hit. Bereits in den ersten Tagen nach Veröffentlichung wurde es rund 1,3 Millionen Mal geklickt.
Der Durchbruch eines so einfachen Videos zeigt eine Sache deutlich: Recruiting auf Facebook kann erfolgreich sein kann. Sehr erfolgreich sogar, wenn man bedenkt, dass es in manchen Branchen noch immer unüblich bis gar nicht vorhanden ist. Social Media sind die perfekte Ergänzung zur Website oder zu Jobportalen, um mit potenziellen Azubis in Kontakt zu treten. Während Instagram und Pinterest eher den persönlichen Interessen eines Bewerbers vorbehalten sind, ist Facebook heute Branchenbuch, Veranstaltungskalender und Newsfeed zugleich. Betriebe, die ihre ersten Schritte im Bereich Social Media gehen, sollten aus diesem Grund mit Facebook starten.

Mit einem Klick in die Praxis: Erste Schritte bei Job-Postings

Entscheiden sich Unternehmen für die Auszubildendensuche auf Facebook, ist die Erstellung einer Firmenseite der erste Schritt. Nach dem Einloggen im Menü klicken Facebook-Neulinge oben rechts auf Seite erstellen und wählen die Kategorie aus, die am besten zum Betrieb passt.

Screenshots von Facebook bei der Anmeldung
In wenigen Schritten kann man einen Firmenauftritt bei Facebook anlegen. Dann geht es los mit ersten, regelmäßigen Postings. Auch Stellenanzeigen sollten dabei sein. Bild: Screenshots Facebook

Die Angabe von Adresse und Telefonnummer ist obligatorisch, es lohnt sich aber, auch weitere Informationen, wie den Link zur eigenen Website und eine kurze Beschreibung der Firma anzugeben. Sobald die Firmenseite inklusive Profil- und Titelbild steht, kann man Geschäftskontakte, Kunden und andere relevante Personengruppen einladen, die Seite zu besuchen. So kann Schritt für Schritt ein Publikum aufgebaut und die Zielgruppe erreicht werden.

Die 4 wichtigsten Eckpunkte für Stellenanzeigen auf Facebook

Es stellen sich unverzüglich Fragen: Was darf und sollte man posten? Wie oft sollte man seine Community mit neuen Inhalten versorgen? Wie oft sollte man deutlich machen, dass es offene Lehrstellen gibt?

1. Frequenz und Zeitpunkt
Inhalte müssen regelmäßig geteilt werden. Vor allem in der Startphase der Unternehmensseite sind tägliche Postings zu empfehlen. Die Funktion des Vorplanens erlaubt es Unternehmern, die Posts einer ganzen Woche oder länger in einem Zug einzustellen. Social-Media-Neulinge sollten ebenso im Voraus planen, wann was gepostet wird. Die beste Tageszeit für einen Post? Zwischen 12 Uhr und 15 Uhr unter der Woche und zwischen 12 Uhr und 13 Uhr am Wochenende.

2. Inhalte
Eines der größten Hindernisse bleibt die Frage: Mit welchen Inhalten versorge ich die Facebook-Community? Die Frage, die dahintersteht: Wie möchte sich das Unternehmen präsentieren? Ein Blick hinter die Kulissen und das Vorstellen der Mitarbeiter und Azubis mit ihren verschiedenen Tätigkeiten ist die beste Möglichkeit, potenziellen Bewerbern zu zeigen, wie es um die Unternehmenskultur bestellt ist. Schnappschüsse aus dem Alltag, das Teilen eines branchenspezifischen Artikels, Bilder vom letzten Teamevent, abgeschlossene Arbeitsergebnisse oder positives Kundenfeedback. Eine Orientierung können die Facebook-Seiten größerer Unternehmen bieten.

3. Kommunikationsform
Auf Facebook muss der Dialog auf Augenhöhe geführt werden. Der entscheidende Post für freie Stellen sollte, ähnlich wie im Beispiel der Glaserei, locker und unkompliziert formuliert sein. Zu unpersönliche Formulierungen schrecken hier eher ab. Ein lockerer Stil passt hingegen gut zur jungen Zielgruppe. Auch der sparsame Einsatz von Emojis kann bei Lesern Sympathien wecken. Freundlichkeit, Respekt und eine Prise Humor sind dabei immer willkommen.

4. Community Management
Mindestens genauso wichtig wie der Aufbau einer Community ist es allerdings, diese auch langfristig zu halten und zu unterhalten. Wie gelingt das am besten?  Bei Social Media geht es wortwörtlich um “soziale Interaktionen”. Möchte man Menschen für seine Seite begeistern, müssen Kommentare beantwortet und Gespräche geführt werden. Auch das Liken und Kommentieren anderer Personen und Unternehmen gehört zum Community Management. Jedes geschriebene Wort kann Aufmerksamkeit generieren und den richtigen Bewerber auf die Seite locken.

5. Stellenausschreibung
Die Unternehmensseite auf Facebook steht, die ersten Postings aus dem Betriebsalltag wurden erfolgreich abgesetzt. Wie und vor allem wann sollten suchende Betriebe nun ihre (Ausbildungs-)Stellenausschreibung posten? So wie bei der Wahl der geteilten Inhalte gibt es in der Welt der Social Media hierfür keine festen Regeln. Ein erster offizieller Post, der bereits im Herbst, ein Jahr vor Ausbildungsbeginn, veröffentlicht wurde, kann auch nochmal verstärkt zum Jahreswechsel oder im Frühjahr geteilt werden – je nachdem wie lange die Suche andauert.
Der Text sollte knapp und plakativ, im besten Fall in Begleitung einer schlichten Grafik, formuliert sein. Ein “Wir suchen dich” oder “Traumjob Glaser!” erhaschen schnell die gewünschte Aufmerksamkeit. Im Post sollte auch angegeben werden, ob das Unternehmen eine ausführliche Bewerbung per E-Mail oder ein kurzes Telefongespräch bevorzugt.

Fazit: Zusätzliches Tool mit Potenzial

Mehr als 80 Prozent der 16- bis 24-Jährigen nutzen täglich Facebook. Die Plattform bietet damit eine gänzlich kostenfreie Möglichkeit, das eigene Unternehmen einem neuen Publikum zu präsentieren. Wer Geld aktiv investieren möchte, kann darüber hinaus mit den Facebook-Ads seine Zielgruppen genauer ins Visier nehmen und ansprechen. Die Möglichkeiten der neuen Medien sind vielseitig. Da wäre es doch schade, wenn nur mögliche Auszubildende sie nutzten.

Der Autor: Ferdinand Seulen ist Geschäftsführer von Blauarbeit, Handwerks-Experte und IT-Enthusiast. In seinen beruflichen Stationen sammelte der IT-Experte unter anderem bei Groupon und American Express Erfahrungen.

Weitere Infos auch unter blauarbeit.de, einer Plattform für die Vermittlung von Handwerks-Dienstleistungen.