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Studierende: Pro Frauenquote und Angst vor Elternzeit-Inanspruchnahme

Studentinnen machen sich Sorgen darüber, dass eine zukünftige Inanspruchnahme der Elternzeit ihre Karriere verhindert. (Foto: Paulovilela_Adobe Stock)
Studentinnen machen sich Sorgen darüber, dass eine zukünftige Inanspruchnahme der Elternzeit ihre Karriere verhindert. (Foto: Paulovilela_Adobe Stock)

Studierende in Deutschland befürworten eine verbindliche Frauenquote. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Jobplattform “Studitemps” hervor. Sie wurde in Kooperation mit dem Department of Labour Economics der Maastricht University im Frühjahr 2021 durchgeführt und hält die Antworten von 12 000 Studierenden in Deutschland fest.

Demnach sprechen sich knapp 80 Prozent der Studentinnen und 60 Prozent der Studenten für eine verbindliche Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände aus. Als sinnvoll angesehen wird die bewusste Förderung der Frauen auch in politischen Ämtern und Mandaten (76 Prozent der weiblichen und rund 62 Prozent der männlichen Studierenden) sowie für die Besetzung von Professuren (72 Prozent der Frauen und 58 Prozent der Männer). Damit befürworten die Studierenden das “Zweite Führungspositionsgesetz”, das im Juni 2021 verabschiedet wurde.

Elternzeit immer noch Karrierekiller

Im Rahmen der Umfrage sollten die Teilnehmenden auch mitteilen, wie sie die Auswirkungen von der Inanspruchnahme einer Elternzeit sehen. Das Ergebnis: Ach von zehn Studentinnen glauben, dass es ihrer Karriere schaden würden, wenn sie Elternzeit nehmen, bei den Studenten glauben das rund sechs von zehn. Mehr als die Hälfte der Frauen befürchten Nachteile unabhängig von der Länge der Elternzeit. “Die Befürchtungen der Studierenden sind meiner Erfahrung nach weiterhin durchaus berechtigt”, sagt Petra Ehrhard, Vice President Marketing bei Studitemps und Mutter. “Themen wie Elternzeit müssen für Männer und Frauen gleichermaßen zur Selbstverständlichkeit werden, falls gewünscht, ohne dass sie dadurch Nachteile für ihre Karriere befürchten müssen.”

Demgegenüber stehen rund 43 Prozent der Männer, die keinen negativen Effekt der Elternzeit auf ihre weitere berufliche Laufbahn erwarten. Dies kann laut den Studienverfassern in zwei Richtungen interpretiert werden. Entweder sei die Generation der Studenten bereits so offen für eine neue Verteilung der Fürsorgeaufgaben, dass sie die Inanspruchnahme von Elternzeit als selbstverständlich ansehen, oder sie ziehe es, wie die Generationen zuvor, gar nicht erst in Betracht, Elternzeit zu nehmen – und wenn, dann nur sehr kurz.

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.

 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.