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Wegen Corona-Krise nur halb so viele Studentenjobs wie 2019

Junge sorgenvoll blickende Frau, in einer Hand ein Sparschwein, in der anderen Bücher
Kein Geld zum Studieren? Die Corona-Krise ließ den Jobmarkt für Studenten einbrechen.
Foto: © pathdoc-stock.adobe.com

Gegenüber 2019 ist die Zahl der Stellenangebote hierzulande um 21 Prozent zurückgegangen. Für Studenten ist die Jobsuche noch wesentlich schwieriger: Die Stellenanzeigen, die sich speziell an Studenten richten, brachen Anfang September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51 Prozent ein. Gleichzeitig sind die Suchanfragen nach Studentenjobs in den letzten Monaten stetig gestiegen: Aktuell liegen sie um 47 Prozent höher als letztes Jahr. Dieses Missverhältnis von Angebot und Nachfrage fiel ausgerechnet in den Zeitraum vor Semesterbeginn, in dem ein Großteil der Studenten nach einem Nebenjob zur Finanzierung des Studiums sucht. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Indeed Hiring Labs. Dafür wurden die Online-Stellenanzeigenauf Indeed von Anfang Februar bis Ende September 2020 mit den Entwicklungen des letzten Jahres verglichen. Der Fokus lag auf den 14 bevölkerungsreichen Städten.

Die Finanzierung des Studiums ist damit für viele Studenten gefährdet. Erschwerend hinzu kommt, dass der Corona-Nothilfefonds für Studierende ausgelaufen ist. Die Krise trifft also vor allem die Studenten, die auf Jobs angewiesen sind und keine finanzielle Unterstützung vom Elternhaus bekommen.

Auf Studierende wird in Krisenzeiten als erstes verzichtet, um zunächst die Stammbelegschaft sichern zu können,

kommentiert Dr. Annina Hering, Ökonomin im Indeed Hiring Lab, die Situation. Wenn die Corona-Krise überwunden sei, könne das aber auch eine große Chance sein, so Hering, denn Studenten würden dann als günstige und flexible Arbeitskräfte gesehen und könnten Positionen besetzen, die Unternehmen (noch) nicht als befristete oder gar unbefristete Stellen ausschreiben möchten.

In Nürnberg und Leipzig ging die Zahl der Stellenangebote am wenigsten zurück

Den geringsten Rückgang an Stellenausschreibungen für Studentenjobs verzeichnet Nürnberg; dort wurden “nur” 24 Prozent weniger Inserate registriert. Auch in Leipzig liegt der Einbruch mit minus 26 Prozent noch relativ niedrig. In den anderen Städten sind wesentlich mehr Jobs der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Auf der Rangskala folgen Köln (-37 Prozent), Düsseldorf (-39 Prozent), Hannover (-41 Prozent), Essen (-46 Prozent), Dortmund (-46 Prozent), Berlin (-48 Prozent), München (-50 Prozent), Dresden (-51 Prozent), Stuttgart (-52 Prozent), Bremen (-53 Prozent), Hamburg (-56 Prozent) und Frankfurt am Main (-57 Prozent).

Studenten suchen dreimal häufiger nach Homeoffice-Jobs als andere Jobsuchende

Die Analyse zeigt auch, dass Studenten häufiger nach Homeoffice-Jobs suchen als der Durchschnitt der Jobsuchenden: Während nur 0,6 Prozent aller Suchanfragen auf Indeed in den letzten zwölf Monaten in Verbindung mit dem Begriff “Homeoffice” erfolgten, liegt dieser Anteil bei Studentenjobs bei rund 1,9 Prozent.

Weitere Informationen zum Thema gibt es in einem > Blogbeitrag von Dr. Annina Hering.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.