Arbeitgeberwahl 2026: Dieser Faktor schlägt Gehalt

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Was müssen Arbeitgeber bieten, um Talente zu gewinnen und zu halten? In diesem Jahr fällt die Antwort darauf anders aus als noch im Vorjahr. Die Studie Randstad Employer Brand Research, die seit 26 Jahren in inzwischen weltweit 34 Ländern mehr als 160.000 Arbeitnehmende und Arbeitssuchende befragt, zeigt: Waren bei der letzten Befragung noch Gehalt und Benefits die unangefochtene Spitze, steht inzwischen die Jobsicherheit auf Platz 1.

Für 58 % der in Deutschland befragten Arbeitnehmenden ist sie das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers. Dahinter folgen eine angenehme Arbeitsatmosphäre (54 %), Work-Life-Balance (52 %) und erst danach Gehalt und Benefits (50 %) sowie Chancengleichheit (45 %).

„Dass Jobsicherheit das Gehalt in diesem Jahr überholt, ist ein deutliches Signal“, sagt Verena Menne, Group Director HR bei Randstad Deutschland. „Beschäftigte schauen in einem unsicheren Umfeld zuerst darauf, ob ein Arbeitgeber Verlässlichkeit bietet. Entscheidend ist, ob Menschen den Eindruck haben: Dieser Arbeitgeber gibt mir Stabilität, Orientierung und gute Bedingungen für den Alltag.“

Zukunftsfähigkeit als neues Sicherheitsversprechen

Faktoren idealer Arbeitgeber (Grafik: Randstad)

Für HR-Verantwortliche bedeutet dieses Ergebnis allerdings keineswegs, dass Beschäftigte den Stillstand suchen. Stabilität ist im Jahr 2026 nicht gleichbedeutend mit dem Festhalten an alten Strukturen. Viele Unternehmen stehen unter massivem Transformationsdruck; Prozesse werden digitalisiert und Geschäftsmodelle angepasst. Talentierte Fachkräfte erwarten daher kein Einfrieren des Status quo, sondern Orientierung im Wandel: Wohin steuert das Unternehmen, und welche Rolle habe ich in dieser Zukunft?

Sicherheit und Vertrauen entstehen heute paradoxerweise durch Veränderungsbereitschaft. Ein Arbeitgeber wird dann als sicher wahrgenommen, wenn er handlungs- und zukunftsfähig bleibt. Das bestätigt auch der Blick auf die beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands in der Randstad Employer Brand Research 2026: Siemens, Daimler (Mercedes-Benz) und BMW belegen die ersten drei Plätze. Bei allen drei Konzernen zählt State-of-the-Art-Technologie zu den Hauptattraktivitätsfaktoren. Das beweist: Innovationskraft und technologische Vorreiterschaft sind im HR-Kontext längst Teil des Sicherheitsversprechens geworden. Wer morgen noch am Markt relevant ist, gilt als sicherer Hafen.

Der „Attractiveness Gap“ bei Work-Life-Balance und Gehalt

Trotzdem wäre es eine Fehlinterpretation, die Ergebnisse als Absage an eine marktgerechte Vergütung zu verstehen. Sobald Beschäftigte im Berufsalltag zwischen einzelnen Faktoren abwägen müssen, gewinnen Gehalt und eine gesunde Work-Life-Balance sofort wieder an Gewicht. Hier offenbart die Studie jedoch einen kritischen „Attractiveness Gap“ – also eine spürbare Lücke zwischen dem Wunsch der Arbeitnehmenden und der gelebten Realität in den Betrieben.

Während rund 70 % der Beschäftigten die Jobsicherheit bei ihrem aktuellen Arbeitgeber positiv bewerten, fällt die Einschätzung bei der Work-Life-Balance deutlich ab: Nur 57 % sagen, dass ihr Arbeitgeber ihnen die gewünschte Vereinbarkeit im Alltag auch tatsächlich ermöglicht. Für das Employer Branding ist das ein Alarmsignal. Jobsicherheit schafft das grundlegende Vertrauen, um Talente überhaupt für das Unternehmen zu interessieren. Sie kompensiert aber dauerhaft weder eine mangelhafte Arbeitskultur noch eine ungenügende Bezahlung.

Fazit: Employer Branding entscheidet sich im Alltag

Die beliebtesten Arbeitgeber (Grafik: Randstad)

Genau hier liegt der entscheidende Hebel für das HR-Management: Arbeitgeberattraktivität entscheidet sich nicht auf Hochglanz-Karriereseiten oder in externen Recruiting-Kampagnen. Sie bewährt sich in der „Employee Experience“ des Alltags. Wenn das äußere Versprechen nicht mit der inneren Realität übereinstimmt, droht die stille oder tatsächliche Kündigung.

Wer 2026 im Employer Branding nachhaltig punkten will, muss das Sicherheitsversprechen operationalisieren. Das bedeutet: Die makroökonomische Stabilität des Unternehmens muss im Kleinen durch verlässliche und planbare Rahmenbedingungen spürbar werden – durch transparente Entwicklungspfade, messbare Entlastung bei der Work-Life-Balance und Führungskräfte, die psychologische Sicherheit und Orientierung bieten.

Den vollständigen Länderreport finden Sie hier.