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Lebenslanges Lernen: das Leben als Lernreise

Es beginnt im Mutterleib und hört bestenfalls nie auf: Das Leben ist eine einzige große Lernreise. Menschen entwickeln sich unablässig weiter und passen sich an Veränderungen an. Das Gleiche gilt für die Arbeitswelt: Die Mitarbeitenden wollen lernen und sich entwickeln, sich ausprobieren, ihre Stärken festigen und an ihren Schwächen arbeiten. Die Frage, die sich stellt: Wie gehen Organisationen und Unternehmen damit um? Was bietet die Digitalisierung des Lernens an Vorteilen für ganze Belegschaften? Und ganz wichtig: Wie lassen sich erfolgreiche Konzepte implementieren, die gleichzeitig nachhaltig sind?

Digitalität schafft Möglichkeiten

Die reine Wissensaneignung und der Erwerb fachlicher Kompetenzen über klassisch organisierte Lernangebote sind nicht länger ausreichend. Ausnahmen bestätigen die Regel und für einige Inhalte ist die Präsenzform noch immer die geeignete. Doch eine Vielzahl von Themen lässt sich längst digital abbilden. Dazu muss das Verhältnis von Lernen und Arbeiten sowie von individuellem und kollektivem Know-how grundsätzlich neu gedacht werden. Unternehmen müssen sich vielmehr als lernende Organisationen verstehen und Strukturen im Arbeitsalltag schaffen, in denen Mitarbeitende zum nachhaltigen und kontinuierlichen Lernen befähigt werden. Dies gelingt dann, wenn Lernmöglichkeiten eigenverantwortlich und individuell gestaltet sind und das Gelernte anschlussfähig in die Praxis transferiert wird. Nur wenn sich die Mitarbeitenden mit neu erworbenem Wissen auseinandersetzen, es weiterentwickeln, auf Neues beziehen und in einen Kontext bringen, sind sie in der Lage, mit zukünftigen Herausforderungen flexibel umzugehen.

Lernen als Kultur: Führungskräfte sind gefragt

Damit lebenslanges Lernen keine leere Worthülse bleibt, brauchen Unternehmen eine starke Lernkultur. Moderne Lernkulturen im Unternehmen schaffen einfache Wege, Informationen für Mitarbeitende zugänglich zu machen. Unternehmen sollten daher Strukturen für eine ganzheitliche Informations- und zugleich Lernumgebung etablieren, sodass individuell vorhandenes Wissen in kollektiv bereitgestellte Speichermedien überführt und so der Gesamtorganisation zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig steht und fällt das Leitbild des lebenslangen Lernens mit der Motivation eines jeden einzelnen Mitarbeitenden. Die Lernkultur eines Unternehmens ist es, die den Unterschied macht. Nicht allein die HR-Manager, sondern alle Führungskräfte sind für die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden verantwortlich. Dies bedeutet, Verantwortung übertragen und die Mitarbeitenden mit ihren Aufgaben wachsen zu lassen.

Intensiver Austausch beim Round Table mit Experten:innen zum Thema „Lernen 4.0” (Foto: ©Nadine Pohle).

Aktuelle Fragen und Antworten zu den Entwicklungen in Deutschland

Im Online-Event von GoodHabitz „Lernen 4.0 – Wie sieht die Zukunft des Lernens aus” hat Verena Pausder am 6. Oktober neben weiteren HR-Experten wie Jan Foelsing, Dr. Esther-Marie Wulf, HDI-Group und Alexandra Leimbeck, Siemens Energy, über die Fragen des lebenslangen Lernens und der nötigen Unternehmenskultur diskutiert.

Verena Pausder stellte in ihrer Keynote „Bildung neu denken – wie wir Gestalter*innen der Zukunft werden“ fest, dass viele Unternehmen und insbesondere das gesamte Bildungssystem noch in überholten Strukturen verbleiben. „Wir müssen Bildung neu denken, wenn wir die Fragen von morgen beantworten wollen“, bilanzierte sie und hob hervor: mehr Neugier als Angst vor Digitalisierung und digitalen Bildungsangeboten zu haben. Dabei brachte sie inspirierende Ansätze wie den „frei-day“ und den „Stop-doing-Tag“ ins Gespräch, um Routinen zu hinterfragen und kreative Freiräume zu schaffen.

Jan Foelsing warf die Frage auf, wie Deutschland wettbewerbs- und die Unternehmen konkurrenzfähig bleiben wollen, wenn sich nicht die gesamte Unternehmenskultur in Bezug auf das lebenslange Lernen ändert. Foelsing sieht die Chancen darin, Weiterbildung so zu etablieren, dass die Mitarbeitenden sie von sich aus selbstbestimmt auswählen und durchführen können. Der Push-Ansatz soll seiner Meinung nach dem Pull-Ansatz weichen. Zudem sieht er Lernen im Team als neuen und praktikablen Weg, im Austausch sofortigen Wissenstransfer zu generieren.

In Bezug auf das lebenslange Lernen und den nötigen Wandel in der Unternehmenskultur waren sich die Experten einig: Deutschland hat noch großes Potenzial. Wer mehr über die aktuelle Datenlage zum lebenslangen Lernen und die persönliche Entwicklung am Arbeitsplatz erfahren möchte, findet weitere Hintergrundinformationen in der Studie von GoodHabitz und Markteffect.

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