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Legen Sie das Recruiting in die Hände der Mitarbeiter


Team arbeitet zusammen
Kollegen sollten zusammenarbeiten, wenn es um die Einstellung eines neuen Teammitglieds geht. Foto: ©shutterstock, Dean Drobot

Wenn es darum geht, neue Teammitglieder einzustellen, ist es bei vielen Unternehmen etabliert, dass die Personalabteilung den gesamten Recruiting-Prozess übernimmt – von der Erstellung der Stellenanzeige, über die Auswahlgespräche bis hin zur Einstellung. Das geht aber auch anders: nämlich mit Peer Recruiting, also mitarbeiterverantwortetem Recruiting. Gerade wenn es nicht nur um die Prüfung der Bewerberkompetenzen geht, kann es sinnvoll sein, die Fachteams einzubinden.

Bei der Suche nach neuen Kollegen und Kolleginnen geht es nie nur um die Passung des Lebenslaufs, sondern es kommt für eine langfristige, beidseitig zufriedenstellende Zusammenarbeit vor allem darauf an, dass die Teammitglieder sozial und kulturell zusammenpassen. Diese Passung kann besonders gut festgestellt werden, wenn das Team eingebunden wird.

Gerade in der derzeitigen Situation des Fachkräftemangels, ist es schwierig, gute und vor allem passende Mitarbeiter zu finden. Viele potenzielle neue Teammitglieder suchen gar nicht oder nur latent einen neuen Job, können also über eine normale Stellenanzeige bei den gängigen Portalen nicht erreicht werden. Durch die Integration des Teams in den Recruiting-Prozess, gibt es mehr Möglichkeiten, neue Kollegen und Kolleginnen anzusprechen und zu finden und vor allem jemanden einzustellen, der ins Team passt und so langfristig zufrieden bleibt.

Wie kann Peer Recruiting im Unternehmen aussehen?

Mitarbeiterverantwortetes Recruiting kann schon ganz am Anfang des Prozesses eingesetzt werden. Beispielsweise gleich beim Aufsetzen der Stellenanzeige. Diese muss nicht von der Personalabteilung geschrieben werden, sondern das Team kann sich zusammensetzen und überlegen, welche Anforderung sie an das neue Teammitglied haben.

Auch wenn die Stellenanzeige veröffentlicht wird, muss nicht nur der gängige Weg des Stellenportals genutzt werden, sondern gerade die Teammitglieder halten sich dort auf, wo sich auch der potenzielle neue Kollege aufhält. Die Ansprache kann also über die Teammitglieder selbst erfolgen, was einerseits sehr proaktiv ist und andererseits sehr authentisch wirkt. Ermuntern Sie Ihre Kollegen dazu, selbst aktiv auf die Suche zu gehen.

Im späteren Prozess, z. B. beim Vorstellungsgespräch oder Probearbeitstag, können alle Kollegen eingebunden werden indem sie lockere Gespräche mit dem Bewerber führen, ihn oder sie kurz an der Kaffeemaschine treffen oder schon mal ein gemeinsames Mittagessen planen. Durch die Einbindung von allen Personen, kann ein möglichst realistisches Bild des Bewerbers gezeichnet werden. Und auch der Bewerber lernt einen möglichst großen Querschnitt des Unternehmens kennen. Man kann also sicher sein: Wenn es an die Vertragsunterschrift geht, sind sich beide Seiten einig, dass sie wirklich miteinander arbeiten wollen.

Ganz wichtig im gesamten Prozess: Alle Beteiligten sollten sich regelmäßig austauschen und sich gegenseitig abholen, was sie vom Bewerber halten und die Eindrücke zusammenzutragen. Jeder sollte in der Lage sein, ein begründetes Veto einzulegen. Dabei sollte man aber auch immer bedenken, dass sich Personen je nach Gesprächspartner und Situation anders verhalten. Außerdem sollte man dem Bewerber gegenüber vermeiden, ihn durch zu viele Gesprächsteilnehmer unter Druck zu setzen. Man sollte lockere Gespräche führen, so wie Kollegen das untereinander auch machen, die sich schon länger kennen. Ansonsten ist die Situation nur druckbehaftet und nicht authentisch. Schwierig sind auch Assessment-Center, da Ergebnisse entstehen, ohne persönliche Gespräche zu führen.

Vorteile von Peer Recruiting:

  • Besseres Anforderungsprofil bzw. passendere Stellenanzeige: Alle Ansichten werden berücksichtigt.
  • Verantwortung im Team: Die Stellenanzeige läuft nicht nur im Hintergrund, sondern die Teammitglieder haben eine aktive Rolle.
  • Authentizität: Sie sprechen die Kandidaten auf Augenhöhe an.
  • Kennenlernen als Mittelpunkt: Beide Seiten lernen sich kennen und erhalten einen realistischen Eindruck.
  • Viele Stimmen = viel Zustimmung: Viele oder bestenfalls alle Teammitglieder entscheiden sich für die jeweiligen Kandidaten. Das heißt, die Integration kann sofort starten.
  • Alle Teammitglieder sind an der Einarbeitung beteiligt.

Welche Aufgaben bleiben noch für die Personalabteilung?

Nur weil ein Großteil des Recruiting-Prozesses in die Hände der Mitarbeiter gelegt wird, heißt das nicht, dass die Personalabteilung keinerlei Aufgaben mehr hat. Ihre Aufgabe ist es eher, die Prozesse zu begleiten und zu coachen. Die HR-Abteilung bzw. der Verantwortliche übernehmen im Konzept des Peer Recruiting verstärkt die Rolle des Moderators, Beraters und kümmern sich um strategische Aufgaben. Sie unterstützt das Team, macht es stark und hilft bei der Vorbereitung von Auswahlgesprächen.

Ziel von Peer Recruiting

Das Ziel bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sollte immer sein, sie möglichst schnell zu arbeitsfähigen, zufriedenen Kollegen zu machen. Das gelingt am besten, wenn sich die Teammitglieder schon kennen und gut verstehen und sich von Tag 1 für den neuen Mitarbeiter verantwortlich fühlen. Nur so, kann eine schnelle Integration geschehen und der neue Mitarbeiter fühlt sich gleich wohl und willkommen.

+++ Wie Sie und Ihr Team sich für Peer Recruiting gut aufstellen, erfahren Sie in der Checkliste von d.vinci »zum kostenfreien Download. +++