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Studie zeigt große Unterschiede beim Urlaubsanspruch

Urlaubsanspruch
Viele Mitarbeiter planen bereits den Urlaub fürs nächste Jahr. Nicht alle haben den gleichen Anspruch auf freie Tage.
Foto: © Gina Sanders-stock.adobe.com

Angestellte hierzulande kommen im nächsten Jahr auf durchschnittlich 28,3 Tage Urlaub. Neben Alter, Berufserfahrung und Hierarchiestufe spielt auch das Geschlecht eine Rolle: Männer haben im Schnitt gut einen Tag mehr frei als Frauen. Das zeigt eine Auswertung von Gehalt.de auf der Basis von 233.691 Datensätzen.

Urlaubstage abhängig von Geschlecht, Alter und Position

Im Schnitt haben weibliche Beschäftigte in Deutschland 27,6 und ihre männlichen Kollegen 28,8 Urlaubstage im Jahr. Führungskräfte haben 29,5 Tage zur Verfügung, Mitarbeiter ohne Personalverantwortung 28,2. Dass Frauen weniger Urlaub zur Verfügung steht, dürfte unter anderem damit zusammenhängen, dass sie seltener in Führungspositionen vertreten sind und öfter in Teilzeit arbeiten.

Mit zunehmendem Alter und entsprechender Berufserfahrung erhöht sich die Anzahl der freien Tage: Beträgt sie für Mitarbeiter unter 25 Jahren noch 27,8 Tage, steigt sie danach kontinuierlich an und liegt bei Beschäftigten ab 55 Jahren bei 28,6 Urlaubstagen.

Unterschiede je nach Unternehmensgröße

Mehr Varianz gibt es je nach Firmengröße. So haben Arbeitnehmer in kleinen Betrieben nur einen Anspruch von 27,4 Tagen, während es bei mittelgroßen Unternehmen bereits 29,1 Tage sind und Mitarbeiter in großen Konzernen über 1.000 Beschäftigte stehen 29,5 Urlaubstage zur Verfügung.

Große Spannbreite zwischen den Branchen

Die Branche wirkt sich ebenfalls deutlich auf den Urlaubsanspruch aus. Mit durchschnittlich 30,5 Urlaubstagen können sich Angestellte in der Investitionsgüterindustrie der meisten freien Tage erfreuen – das ist auch der Höchstwert im gesamten Ranking. Den zweiten Platz im Branchenvergleich mit 29,4 Urlaubstagen teilt sich die Chemie und Verfahrenstechnik mit der Halbleiterindustrie. Am wenigsten Urlaub mit 26,2 Tagen haben Mitarbeiter in der Hotellerie und Gastronomie. Auf kaum mehr – jeweils 26,4 Tage – kommen Beschäftigte in Callcentern und der Rechtsberatung.

Friseure haben am wenigsten Urlaub

Große Differenzen bestehen auch für verschiedene Berufe. Ganz vorn mit durchschnittlich 30,4 Urlaubstagen liegen Filialleiter von Banken, dicht gefolgt von Chefärzten und niedergelassene Medizinern mit 30,3 Tagen sowie Pharmareferenten mit 30 Urlaubstagen. Dagegen müssen sich Friseure mit nur 23,6 freien Tagen begnügen – die Berufsgruppe, die auch beim Gehalt weit hinten liegt. Kellner (25,1 Tage) und Fotografen (25,9 Tage) gehören ebenfalls zu den Berufen mit dem geringsten Urlaubsanspruch.

Bundesländervergleich: Bayern vorn, Sachsen Schlusslicht

Aus der Bestandsaufnahme geht hervor, dass auch das Bundesland eine Rolle dafür spielt, wie hoch die Zahl der Urlaubstage ausfällt. Arbeitnehmer in Bayern steht mit 28,8 Urlaubstagen der höchste Urlaubsanspruch zu. Es folgen Nordrhein-Westfalen und Hessen mit je 28,5 Tagen sowie Hamburg und Bayern mit jeweils 28,3 Tagen. Am unteren Ende der Skala rangieren sämtliche östlichen Bundesländer und Berlin; Schlusslicht mit 27,2 Urlaubstagen ist Sachsen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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