In Ralf Steuers Zeitrechnung war das Jahr 2023 in mancherlei Hinsicht das Jahr 1 – nämlich das Jahr 1 nach der Pandemie: „Wir haben gesehen, dass sich nach 2022, wo noch hygienische Einschränkungen das Bild bestimmt haben, die Diskussionen 2023 dahin verlagert haben, wie nun langfristig mit den Veränderungen aus dieser Zeit umgegangen werden soll“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) und ehemaliger HRler der Lufthansa. „Wir stecken also mitten in der Diskussion um die Ausgestaltung des New Normal.“ Dies erklärt aus seiner Sicht auch die in der Öffentlichkeit streckenweise etwas befremdlich anmutende Diskussion um das Homeoffice, die in den vergangenen Monaten immer wieder aufkam: „Wir haben geglaubt, nach der Pandemie werden wir einfach mit den dort neu erlernten Arbeitsformen weitermachen. Doch so einfach ist es nicht. Auf vielen unserer Veranstaltungen haben wir gesehen, wie Unternehmen gerade um die richtige Ratio zwischen Homeoffice und Arbeitsplatz ringen.“
Weniger wohlwollend sieht es Cawa Younosi. Der ehemalige Personalchef Deutschland von SAP konstatierte im Podcast „Saatkorn“ von Gero Hesse, CEO von Embrace, im Herbst 2023, dass HR in der derzeitigen Krise und Transformationsphase wieder zu oft in alte Muster zurückfalle. Viele Personaler seien in einer anderen Zeit sozialisiert worden, so Younosi, als Themen wie Mitarbeitergesundheit oder -bindung noch keine so große Rolle gespielt hätten. „Old HR” nennt Gero Hesse dies im Podcast – HR als reiner Erfüllungsgehilfe.
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