Neulich auf eBay: „Suche erschwingliches Apartment in München. Zahle bei Abschluss des Mietvertrags 1000 Euro in bar.“ Ob virtuell gepostet oder an einen Laternenpfahl geklebt: Solche Gesuche sind keine Seltenheit an der Isar, wo der Immobilienmarkt längst Maß und Mitte verloren hat. Sie liefern ein Beispiel für das Prinzip Prämie, das sich dort durchsetzt, wo sich Angebot und Nachfrage nicht so zueinander verhalten, wie es die Marktgesetze oder interessierte Akteure vorsehen. Wer die Tageszeitung im gedruckten Format abonniert, kriegt ein Wellnesswochenende spendiert; für den Abschluss einer Familienversicherung gibt es die Bahncard obendrauf, und den Kauf eines Elektroautos fördert der Staat mit einem stattlichen Sümmchen.
Auch auf dem Arbeitsmarkt hat sich das Lockmittel Prämie längst etabliert. Seit einiger Zeit aber wird es auch eingesetzt, wo man es kaum vermutet: im Werben um Azubis und Praktikanten. Der Mangel an Nachwuchs macht es möglich, dass etwa das Bundesland Sachsen-Anhalt Schülerinnen und Schülern, die in den Ferien in ausbildungsberechtigten Handwerksbetrieben arbeiten, 120 Euro pro Praktikumswoche spendiert.
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