Dienstreisen: Mitarbeitende im Mittelstand fahren meist mit dem Auto

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Geschäftsreisende kleiner und mittlerer Unternehmen reisen innerhalb Deutschlands am häufigsten per Auto oder Zug. Dabei hat das Auto den Zug in den vergangenen fünf Jahren als beliebtestes Reisemittel abgelöst: Lag der Anteil von Dienstreisen mit dem PKW 2019 bei 42 Prozent, stieg er 2023 auf 54 Prozent. Der Anteil der Zugreisen ging im selben Zeitraum von 49 Prozent auf 39 Prozent zurück. Das ist das Ergebnis des KMU-Reisereports von HRWorks, für den der HR-Softwareanbieter Reisekostenabrechnungen ausgewertet hat.

2021, in der Hochphase der Corona-Pandemie, erreichte das Auto demnach vorübergehend sogar einen innerdeutschen Geschäftsreiseanteil von 73 Prozent. Das ist um so bemerkenswerter, da eine Befragung des Mobilitätsanbieters Free Now im vergangenen Jahr noch ergeben hatte, dass jeder zweite Deutsche mit Anspruch auf einen Dienstwagen auf diesen verzichten würde, wenn Alternativen wie ein Mobilitätsbudget angeboten würden. Die Lücke zwischen mobiler Realität und erwünschter Umweltfreundlichkeit ist offenbar noch größer als von vielen erhofft.

Zugreisen haben während Corona massiv verloren

Welche Rolle bei Dienstreisen das im vergangenen Frühsommer eingeführte sogenannte 49-Euro-Ticket hat, bleibt in der Studie unklar. Denkbar ist jedenfalls, dass gerade bei kurzen Dienstreisen – etwa zu einem Kunden in der Nachbarstadt – durchaus regelmäßig der öffentliche Nahverkehr genutzt wird, in einer Analyse der Reisekostenabrechnungen dann aber nicht mehr auftaucht. Schließlich hatten viele Unternehmen ihr jeweiliges Jobticket an das „Deutschlandticket“ gekoppelt und damit ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit des kostengünstigen Pendelns beziehungsweise auch Dienstreise ermöglicht.

Überraschend auch: Bei Auslandsreisen blieb die Bahn selbst während Corona das meistgenutzte Beförderungsmittel. Betrug der Anteil von Zugreisen 2021 immer noch 48 Prozent, erreichte er 2023 mit 54 Prozent fast wieder den Wert von 2019 mit 55 Prozent. Flugreisen machten demgegenüber 2019 nur 32 Prozent aller Auslandsgeschäftsreisen von KMU aus. Sie gingen bis 2023 sogar auf 27 Prozent zurück. Die HRWorks-Studie erklärt den hohen Anteil der Zugreisen damit, dass die meisten internationalen Reisen deutscher KMU ins nahe europäische Ausland gingen – viele davon in direkte Nachbarländer. „Zugreisen scheinen auf diesen Strecken oftmals die bessere Option im Vergleich zu Flügen zu sein“, heißt es seitens der Studienverantwortlichen.

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Das kostet eine Dienstreise für KMU

Die abgerechneten Kosten für Dienstreisen innerhalb Deutschlands sind in den letzten fünf Jahren kaum gestiegen: Im Schnitt rechneten KMU 2023 für eine Dienstreise 81,80 Euro ab, lediglich 1 Prozent mehr als 2019. Bei internationalen Geschäftsreisen hingegen erhöhten sich die abgerechneten Werte um 10 Prozent von durchschnittlich 407,65 Euro auf 447,78 Euro. Durch den hohen Anteil deutscher Inlandsreisen von 89 Prozent an allen Reisen, rechneten KMU global betrachtet 2023 im Schnitt 123,28 Euro für eine Dienstreise ab.

„Die geringe Zunahme der Abrechnungsbeträge für deutsche Dienstreisen verblüfft angesichts der hohen Inflationsrate der letzten Jahre“, analysiert die Studie. Als mögliche Erklärung komme der Umstand in Betracht, dass vergleichsweise günstige Kurzreisen einen wesentlichen Anteil an den geschäftlichen Inlandsreisen ausmachten – sodass die allgemeinen Preissteigerungen im Schnitt weniger ins Gewicht fielen. Da dies die geringe Kostenzunahmen jedoch nicht vollständig erklärt, sei davon auszugehen, dass KMU mittlerweile deutlich kostenbewusster reisen.

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Betriebliches Mobilitätsmanagement bezeichnet die Gestaltung der Rahmenbedingungen aller betrieblichen Mobilität von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Durch die integrierte Gestaltung von Fuhrpark, Geschäftsreisen und der Mobilität der Mitarbeiter auf dem täglichen Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte lässt sich die Mobilität effizienter, umwelt- und sozialverträglicher, gesünder und attraktiver gestalten.

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Recruiting und Employer Branding. Er verantwortet weiterhin die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.