Personalwirtschaft: Frau Professor Löbner, wann spricht man im Arbeitskontext von Mobbing?
Margrit Löbner: Jeder Fall von Mobbing ist einzigartig und kann sich individuell unterscheiden. Dennoch gibt es gemeinsame Merkmale, die Mobbing am Arbeitsplatz ausmachen. Sie sind gekennzeichnet durch ein wiederholtes, systematisches und meist über einen längeren Zeitraum andauerndes Ausgrenzen, Schikanieren oder Bloßstellen. Es geht also nicht um einmalige Konflikte oder um gelegentliche Spannungen. Die Formen von Mobbing sind vielfältig und können auf verschiedenen Verhaltensebenen auftreten. Dazu gehören wiederholte Anfeindungen, ständige Kritik oder Abwertung, Belästigungen oder soziale Isolation. Manche Betroffene erleben ständiges Überwachen oder Kontrollieren ihrer Arbeit, absichtliche Arbeitserschwernisse oder den gezielten Ausschluss von wichtigen Informationen. Auch Lästereien oder das Verbreiten von Gerüchten können vorkommen.
Wie viele Menschen sind von Mobbing betroffen?
Insgesamt waren in unserer Repräsentativbefragung mit mehr als 5.000 abhängig Erwerbstätigen 6,5 Prozent der Studienteilnehmenden im letzten halben Jahr von Mobbing durch Vorgesetzte und/oder Kolleginnen oder Kollegen betroffen. Die Zahlen sind über die letzten 20 Jahre relativ stabil geblieben. Die gute Nachricht ist also, dass die große Mehrheit der Erwerbstätigen nicht von Mobbing betroffen ist. Gleichwohl sind die Zahlen relevant für den Arbeitskontext. Für die Betroffenen und den Betrieb, das Unternehmen, können die Konsequenzen weitreichend sein.
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