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„Bis 2030 wird HR eine zentrale Rolle dabei spielen, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie zu gestalten, Klima- und Ethikaspekte in die Workforce-Planung zu integrieren und flexible Modelle zu entwickeln, die stärker auf die Bedürfnisse von Mitarbeitenden eingehen“, schreiben die Autorinnen und Autoren eines neuen Whitepapers von Beratungshaus Zalaris. Dafür haben sie neun zentrale Punkte identifiziert, die HR in den kommenden fünf Jahren im Blick behalten sollte:

1. KI Technologien definieren HR Interaktionen neu

In den nächsten fünf Jahren entwickeln sich HR-Interfaces von statischen Dashboards und mehrstufigen Self-Services hin zu dialogbasierten, KI-gestützten Lösungen.

2. KI ersetzt keine Menschen – erfordert aber ein neues Arbeitsdesign.

Unternehmen, die KI erfolgreich einsetzen, behandeln sie nicht als reines Add-on. Sie gestalten Jobs, Systeme und Prozesse bewusst neu, sodass sich menschliche Fähigkeiten und KI sinnvoll ergänzen.

3. Verhaltenskompetenzen werden zum entscheidenden Differenzierungsfaktor.

Da KI den Erwerb von Fähigkeiten und den Zugang zu Wissen beschleunigt, wird langjährige Erfahrung allein kein eindeutiger Indikator für Talent mehr sein.

4. Arbeitsverträge werden individueller gestaltet.

Bis 2030 wird sich der standardisierte Arbeitsvertrag zunehmend auflösen. Rund 50 Prozent der Unternehmen werden modulare Vertragsmodelle anbieten, die sich an den individuellen Präferenzen, finanziellen Zielen und Lebensphasen der Mitarbeitenden orientieren.

5. Unternehmenskultur wird lokaler – ohne den Zusammenhalt zu verlieren.

In global aufgestellten Organisationen wird ein einheitliches, top-down definiertes Wertesystem nicht für alle Mitarbeitenden gleichermaßen relevant sein.

6. Employee Experience ist Teil der Workflows und kein Add on mehr.

Das Wohlbefinden von Mitarbeitenden wird künftig nicht mehr von individueller Resilienz oder freiwilligen Angeboten abhängen.

7. Mitarbeitende erhalten mehr Kontrolle über ihre Daten und Beiträge.

Mit der Weiterentwicklung digitaler Nachweise und zunehmender Datenportabilität gewinnen Mitarbeitende mehr Kontrolle über ihre beruflichen Daten.

8. Ethik in der Technologie wird zur zentralen HR Verantwortung.

Mit der breiten Nutzung von KI in HR-Prozessen verlagern sich ethische Fragestellungen wie Bias, Transparenz und Nachvollziehbarkeit zunehmend in den Verantwortungsbereich von HR.

9. Klimarisiken und Krisen verändern Workforce-Modelle.

Umwelt- und externe Faktoren werden zu einem festen Bestandteil der Strategie.

Gelingt es, diese neun Themen aktiv zu gestalten, würde sich HR, so die Autorinnen und Autoren, „weg von rein administrativer Effizienz hin zu menschen-zentrierten Systemen, ganzheitlicher Entwicklung und klarer ethischer Verantwortung“ entwickeln. „Unternehmen, die frühzeitig handeln, schaffen die Grundlage für nachhaltiges Wachstum, gewinnen entscheidende Fachkräfte und positionieren sich als zukunftsfähige Organisation.

Info

Kommentar zum Thema: Eierlegende Wollmilchsau

Bis 2030, so das Whitepaper, muss HR neun Transformationsfelder im Blick behalten. Doch wie soll das gehen?

HR-Abteilungen, das ist nichts Neues, ächzen schon seit Langem unter einem stetig wachsenden Aufgabengebiet. Man soll bitte schön die Transformation zu einer skillbasierten Organisation managen, Restrukturierungen vorantreiben, den Fachkräftemangel bekämpfen, Time-To-Hire minimieren und die Führungskräfte weiterentwickeln.

Ach ja, das mit der Regulatorik, einem fairen Entgeltsystem und der Administration muss auch laufen – um nur einiges zu nennen. Gleichzeitig fordern HR-Professionals mehr strategischen Einfluss.

Das Beratungshaus Zalaris hat zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre zusammengefasst. Die Quintessenz: Es wird nicht weniger, im Gegenteil. Das bedeutet vor allem, dass Personalfunktionen ihre eigenen Strukturen im Griff haben müssen. Mehr Effizienz durch Künstliche Intelligenz und Automatisierung kann da nur der erste Schritt sein.

Vielmehr wird es zukünftig darauf ankommen, gezielt zu priorisieren, Verantwortlichkeiten auch mal auf andere – zum Beispiel Führungskräfte – zu delegieren und agil auf Herausforderungen zu reagieren. Das erfordert allerdings ein völlig neues Selbstverständnis für viele HR-Professionals: den Abschied von dem Gedanken, die eierlegende Wollmilchsau sein zu müssen.

Catrin Behlau koordiniert die Magazinproduktion der Personalwirtschaft organisatorisch und thematisch. Sie leitet gemeinsam mit Rebecca Scheibel die Redaktionen der HR-Medien von F.A.Z. Business Media. Ihre thematischen Schwerpunkte liegen im Berufsbild HR.