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Covestro-Personalchefin: „HR-Arbeit wird durch KI-Agenten geprägt sein“

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Personalwirtschaft: Frau von Saldern, wie muss sich HR aufstellen, um die KI-Transformation im Unternehmen bestmöglich zu fördern?
Sophie von Saldern: HR muss sich als Begleiter von Innovation und Transformation im gesamten Unternehmen positionieren und gleichzeitig die HR-interne Transformation vorantreiben. Mit KI-basierten Technologien verbessern wir bei Covestro den HR-Support durch personalisierte Services, die für Mitarbeitende zugänglicher und effizienter werden. Dabei ist entscheidend zu verstehen, dass der Faktor Mensch für den Erfolg der Transformation ausschlaggebend bleibt.

Wie meinen Sie das?
Die besten technologischen Lösungen erzielen keinen Mehrwert, wenn sie nicht angenommen werden. Deshalb setzen wir auf eine umfassende Transformationsbegleitung, die Upskilling, den konstruktiven Umgang mit Ängsten und das Neudenken von Prozessen umfasst.

Was ist Ihrer Meinung nach aktuell die größte Herausforderung bezüglich der KI-Transformation?
Welche Auswirkungen KI haben wird, ist ungewiss – und genau darin liegt die größte Herausforderung. Wir wissen, dass KI unsere Arbeitsweisen revolutionieren wird, aber niemand kann genau vorhersagen, welche Funktionalitäten sie zukünftig noch entwickeln wird. KI wird in absehbarer Zeit nicht ganze Funktionen oder Positionen ersetzen, aber Tätigkeiten verändern. Das bedeutet, dass Jobprofile sich weiterentwickeln und die Zusammensetzung von Aufgaben in den verschiedenen Positionen neu gestaltet wird.

Wie kann HR bestmöglich mit dieser Unsicherheit umgehen?
Die Unsicherheit erfordert von uns eine kontinuierliche Vorbereitung und eine aktive Beteiligung aller Mitarbeitenden am Transformationsprozess.

Wie wird die zukünftige HR-Arbeit mit KI Ihrer Meinung nach aussehen?
Die zukünftige HR-Arbeit wird durch KI-Agenten geprägt sein, die sowohl administrative als auch komplexere Aufgaben übernehmen werden. Wir bei Covestro werden unser Servicemodell flexibler gestalten und KI-Angebote wie personalisiertes Coaching in bisher beispiellosem Umfang anbieten können. Gleichzeitig wird eine empathische, menschenähnliche Interaktion mit KI die Nutzererfahrung revolutionieren.

Was wird sich noch ändern?
Auf der operativen Ebene werden wir unsere Prozesse, von der Produktentwicklung über die Skalierung bis hin zur Evaluation, durch KI fundamental transformieren, was zu einer signifikanten Effizienz- und Effektivitätssteigerung führen wird. Der Fokus von HR wird sich zunehmend in Richtung strategischer Partner und Transformationsbegleiter verschieben.

Worauf freuen Sie sich beim HR-Summit am meisten?
Ich freue mich besonders auf den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen über die Chancen, die KI für die Personalarbeit bietet. Die Möglichkeit, von anderen zu lernen, wie sie die Balance zwischen technologischer Innovation und dem menschlichen Aspekt unserer Arbeit gestalten, ist für mich besonders wertvoll. Zudem bin ich gespannt auf neue Perspektiven, wie wir gemeinsam die Transformation vorantreiben können, um nicht nur effizienter zu werden, sondern auch eine bessere Employee Experience zu schaffen.

Info

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch Themen aus den Bereichen Recruiting, Employer Branding und Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit.