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BGM bedeutet Wertschätzung

Am Tag
vor der Preisverleihung des #DPP2020 stellten AFRY Deutschland, das
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die REWE Group ihre
wegweisenden BGM-Projekte vor. Quintessenz: Gesundheitsmanagement ist nicht nur
gut für die Betriebe, es ist gut für jeden Mitarbeitenden.

DPP Workshop BGM.
Moderator Erwin Stickling und die Vertreterinnen und Vertreter der nominierten Projekte in der Kategorie “BGM” stellen ihre Konzepte auf der ZP Europe Virtual vor. Foto: Screenshot der Veranstaltung

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BGM
schafft Zusammenhalt und Gemeinschaft. Auch der vorletzte Workshop, “BGM im
Unternehmen verankern”, den die Personalwirtschaft im Rahmen der Zukunft
Personal Europe Virtual abhielt, war bis auf den letzten Platz mit
Teilnehmenden belegt. Die Unternehmen AFRY Deutschland das Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf (UKE) und die REWE Group stellen heute ihre innovativen
Projekte im Bereich Gesundheitsmanagement vor. Erwin Stickling, Herausgeber der
Personalwirtschaft und Moderator des Workshops, stellt fest: “Das Thema ‚Gemeinsam‘
scheint dieses Jahr besonders wichtig zu sein”.

AFRY Deutschland

So auch bei AFRY Deutschland. Susanne Kölb-Adam,
BGM-Managerin, stellte das Konzept des internationalen Engineering-Design- und
Consulting-Unternehmens vor. Es heißt “Gemeinsam für mehr Gesundheit”. Im
präsentierten Bewerbungsvideo stellte AFRY seine “Multiplikatoren” in den
Vordergrund. Dabei handelt es sich um Mitarbeitende, die BGM Angebote an den
verschiedenen Unternehmensstandorten betreuen. “Es ist wichtig jemanden vor Ort
zu haben, der weiß, was die Mitarbeitenden brauchen”, sagt Kölb-Adam.

BGM bei AFRY.
Susanne Kölb-Adam stellt das AFRY Konzept “Gemeinsam für mehr Gesundheit” vor. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Wie wichtig war die Unterstützung der Geschäftsführung für
das Projekt? “Die Unterstützung war definitiv ein Erfolgsfaktor”, sagte die
BGM-Managerin. Der Stellenwert des Themas im Unternehmen wird so klar. Um auf
Individuelle Wünsche der Mitarbeitenden eingehen zu können, die sich auch nach
Gegebenheiten vor Ort richten, bekommen die einzelnen Multiplikatoren an den
Standorten Budgets zur Verfügung gestellt, die sie frei verwenden dürfen.

Aber umfasst das BGM nicht noch mehr als Sportaktivitäten?
Das Unternehmen hat ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das neben neuen
Führungsleitlinien, gesunder Ernährung und den Bewegungsangeboten auch
Entspannungsangebote umfasst. Außerdem werden psychische
Gefährdungsbeurteilungen erstellt.

REWE Group

Auf Multiplikatoren setzt auch die REWE Gruppe mit ihrem
Konzept “Gemeinsam.topfit”. Das Unternehmen stellt die Schwerpunkt
Nachhaltigkeit und Individualisierung in den Vordergrund. Für alle
Mitarbeitenden sollte etwas dabei sein, vom Vertriebler bis zu den kaufmännischen Angestellten – trotz dezentraler Unternehmensstrukturen.

BGM bei REWE.
Bianca van Wijnen, Funktionsbereichsleiterin Gesundheit und Innovation, stellt das Rewe-Konzept im Bewerbungsvideo vor. Wichtig ist die hier abgebildete App und das Onlineportal. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Hierzu setzt das Unternehmen auf eine App und ein Onlineportal.
“Hier bieten wir Text- und Videoinhalte an wie zum Beispiel Workouts”, sagt Nathalie
Kriegel, Expertin CoE Gesundheit und Innovation. Präventionsinhalte wie
Ernährungstipps werden auch angeboten. Das BGM Konzept ist aber nicht nur für
die Freizeit gedacht, auch zwischendurch können Mitarbeitende über die Funktion
“Meine persönliche Auszeit” kurze Übungen in den Arbeitsalltag integrieren.

Was hat das Konzept bis jetzt gebracht, neben der zeit- und
ortsunabhängigen Gesundheitsförderung? “Die Mitarbeitenden kennen das Projekt,
es ist präsent im Firmenalltag und die Mitarbeitenden kommen aktiv auf die
Multiplikatoren zu und erkundigen sich nach den Konzepten”, sagt Kriegel.
Auswirkungen auf Krankentage wurden noch nicht erhoben.

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Den Mitarbeitenden eine Last von den Schultern nehmen – dieses
Ziel verfolgt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit dem Projekt “Stress
und Traumaprävention”. Ziel ist es zeitnah mit Mitarbeitenden zu sprechen, wenn
sie etwas belastendes erlebt haben. Dafür ist auch eine Sensibilisierung in der
Belegschaft nötig. Anstatt alles mit sich selbst ausmachen zu wollen, muss die
Belegschaft wissen, dass sie sich professionelle Hilfe holen kann. “Alleine das
Wissen über die Verfügbarkeit eines solchen Konzepts beruhigt”, sagt Christian
Hannig, Diplompsychologe am UKE und Mitglied der Projektgruppe “Stress- und
Traumaprävention”.

BGM bei Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Gerade im Klinikalltag können belastende Situationen Auftreten. Um den Stress der Mitarbeitenden zu leiten, wurde das Projekt “Stress und Traumaprävention” ins Leben gerufen. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Im Bewerbungsvideo berichten Angestellte des UKE, dass man
im Kollegenkreis mehr aufeinander achtet. Mitarbeitende sind dafür
sensibilisiert, zu merken, wenn sich Kolleginnen und Kollegen psychisch
belastet fühlen. Durch rechtzeitiges Eingreifen kann so die psychische
Gesundheit aufrecht erhalten werden. Darüber hinaus wurden drei Mitarbeitende
als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner ausgebildet. “Die Kontaktpersonen brauchen
dafür keine psychosoziale Vorbildung”, sagte Hannig und bezog sich damit auf
Ausbildungsvoraussetzungen. Führungskräfte konnten Mitarbeitende Vorschlagen,
Beschäftigte konnten sich aber auch selber melden.

Prof. Dr. Ingo Schäfer, Oberarzt an der Klinik für
Psychiatrie und Projektleiter betonte, dass es wichtig sei, maßgeschneiderte Konzepte
für den jeweiligen Betrieb zu entwickeln. Deswegen kann vor allem ein Aspekt in
andere Wirtschaftsteile übertragen werden, sagt Schäfer: “Es geht darum, ein
grundlegendes Verständnis von belastenden Situationen zu bekommen.” Das Projekt
setze da an, die Menschen in Kontakt miteinander zu bekommen.

Key-Learning

Was kann man tun, wenn man BGM-Konzepte im Unternehmen
verankern möchte? Für Susanne Kölb-Adam ist klar: “Das Multiplikatorennetzwerk
ist wichtig und es muss Platz für individuelle Präferenzen geben.” Nathalie
Kriegel setzt auf ein zweigleisiges Programm: “Die Mischung aus Analogem und Digitalem
ist für dezentralisierte Unternehmensstrukturen der richtige Weg.” Kooperation ist dabei erforderlich: “Die Unterstützung
des Vorstandes und aller Hierarchieebenen im Unternehmen ist wichtig”, sagt
Ingo Schäfer. Jeder sollte ein grundliegendes Verständnis dafür haben, worum es
geht. Dr. Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements der Techniker
Krankenkasse (TK) und Jurorin des Deutschen Personalwirtschaftspreises, schloss
die Runde mit dem Fazit: “BGM hat einen Bedeutungsgewinn erfahren.” Vor allem
die stressige Corona-Zeit zeige die Bedeutung eines BGMs. Es setzt ein
wichtiges Signal für die Wertschätzung der Belegschaft.

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Ist Redakteur der Personalwirtschaft und kümmert sich insbesondere um die crossmediale Verbreitung der Inhalte. Seine Themenschwerpunkte sind Employer Branding, HR-Software sowie Betriebliches Gesundheitsmanagement.