Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Krise hat auch die Zeitarbeit im Griff

Kompass, Nadel zeigt auf
Auch die Zeitarbeitsbranche ist stark von der Corona-Krise betroffen.
Foto: © Coloures-Pic-stock.adobe.com

Laut Befragung des > iGZ verzeichneten bislang fast drei Viertel (72,6 Prozent) der Mitgliedsunternehmen in der Krise einen Auftragsrückgang. 83,9 Prozent mussten Einsätze ihrer Mitarbeiter vorzeitig beenden. Fast jeder vierte Dienstleister (22,4 Prozent) sieht das Weiterbestehen seines Unternehmens als gefährdet an. Allerdings war diese Befürchtung im April letzten Jahres noch größer; damals ging mehr als jede dritte Firma (34,6 Prozent) davon aus, dass die Krise sie ihre Existenz kosten würde. Die Umfrage fand zwischen dem 7. und 20. Januar statt, 652 Unternehmen haben die Fragen vollständig beantwortet.

Drei Viertel der Unternehmen meldeten Kurzarbeit an

Von den Personaldienstleistern, die von krisenbedingten Abmeldungen betroffen waren, haben drei Viertel (74,9 Prozent) mit Kurzarbeit reagiert. 68,3 Prozent bauten Arbeitszeitkonten ab, 64,3 Prozent vermittelten Personal in neue Einsätze, 61,5 Prozent gewährten Urlaub und 50,8 Prozent reagierten mit Entlassungen. Insgesamt haben 72,8 Prozent der befragten Zeitarbeitsunternehmen Kurzarbeit angemeldet, während im April noch 88,4 Prozent davon ausgegangen waren, diese Möglichkeit in Anspruch nehmen zu müssen.

Entlastungsinstrumente: Leistungen nach dem Infektionsschutzgesetz auf Platz eins

Bei den Entlastungsinstrumenten in der Krise stehen Leistungen nach dem Infektionsschutzgesetz an der Spitze: Vier von zehn Unternehmen (39,3 Prozent) haben sie bereits in Anspruch genommen und weitere 8,7 Prozent planen dies, nachdem im April 2020 gut jeder vierte Dienstleister (26,2 Prozent) diese Leistungen noch gar nicht gekannt hatte. Auf Platz zwei mit 36,6 Prozent steht die Stundung der VBG-Beiträge, gefolgt von der Stundung von Steuerzahlungen mit 33,9 Prozent.

Jede fünfte Zeitarbeitsfirma akquirierte neue Aufträge im Gesundheitsbereich

Die Befragung zeigt außerdem, dass der Vertrieb für die Zeitarbeitsfirmen in der Krise an Bedeutung gewonnen hat. Zwei Drittel der Unternehmen (67,1 Prozent) konnten neue Aufträge akquirieren. Davon entfielen 58,5 Prozent auf den Produktionssektor, 47,5 Prozent auf die Logistikbranche und 35,1 Prozent auf den Dienstleistungsbereich. Ein Fünftel der Zeitarbeitsfirmen (20 Prozent) übernahm neue Aufträge im Gesundheitsbereich.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.