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Wie tickt die Generation Z?

Vier junge Erwachsene vor einer Wand, jeder hält ein unbeschriftes Stück Pappe vors Gesicht
Was denkt die jüngste Mitarbeitergeneration über bestimmte Jobthemen? Eine aktuelle Studie gibt einen kleinen Einblick.
Foto: © Rawpixel.com/Fotolia.de

Die Studienteilnehmer wurden danach gefragt, wie selbstbewusst sie sich in bestimmten Arbeitssituationen fühlen. Wenn es um eine Gehaltserhöhung geht, hält sich mehr als jeder Zweite (56 Prozent) nicht für selbstbewusst genug, um danach zu fragen. Rund die Hälfte (51 Prozent) sagt, nicht ausreichend selbstbewusst für ein Gespräch über den nächsten Karriereschritt zu sein und eine Beförderung zu besprechen. Außerdem empfinden sich 41 Prozent nicht für genügend selbstbewusst, um in Meetings ihre Meinung zu äußern. Selbstbewusster zeigen sich die jüngsten Mitarbeiter dabei, neue Ideen anzubringen und zu verteidigen: Hier sehen mehr als zwei Drittel (68 Prozent) keine Schwierigkeiten. Obwohl die Generation Z ihre Stärken kenne, so die Studie, sei sie in einigen Jobfragen nicht so selbstbewusst, wie sie oft nach außen scheine. Für die repräsentative Erhebung “World-of-Work” von > Monster wurden von Ende Februar bis Mitte März dieses Jahres insgesamt 1059 Voll- und Teilzeitbeschäftigte in Deutschland im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt.

Die meisten der 18- bis 24-Jährigen wünschen sich einen Mentor

Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass die 18- bis 24-Jährigen offen für Unterstützung durch Mentoren oder Coaches sind. So gab fast jeder Dritte (31 Prozent) an, dass er gerne einen Mentor im Job hätte, aber noch keinen gefunden hat. Zum Vergleich: Von den Arbeitnehmern der Generation Y sagen dies lediglich 18 Prozent und von der Vorgängergeneration X nur elf Prozent. Weitere 53 Prozent der GenZ wünschen sich eine Unterstützung durch Mentoren oder Coaches, wissen aber nicht, wo sie danach suchen sollen.

Nur jeder Zweite hält Frauen und Männer im Job für gleichberechtigt

Ein weiteres Thema der Studie ist die Gleichberechtigung im Job. Nur circa die Hälfte (52 Prozent) der Teilnehmer ist der Ansicht, dass Frauen und Männer im Arbeitsleben gleich behandelt werden, auch wenn es bei der GenY noch deutlich weniger waren (38 Prozent). Von den 18 – bis 24-Jährigen denken mit 41 Prozent nicht mehr so viele wie die Vertreter der GenY (51 Prozent), dass Frauen härter als Männer für Anerkennung oder eine Beförderung arbeiten müssen. Hinsichtlich der Maßnahmen, die dabei helfen könnten, die Gleichberechtigung weiter zu fördern, äußerten alle befragten Generationen ähnliche Ansätze: gleiches Gehalt, die Möglichkeit zu Elternzeit und flexiblen Arbeitszeiten, die Förderung von Frauen in MINT Studiengängen, Quoten oder spezielle Mentoren-Programme.

MeToo und Time’s Up erhöhen Sensibilität für sexuelle Belästigung

Neben dem Thema Gleichberechtigung stellte die Studie den jungen Erwachsenen auch Fragen zur aktuellen MeToo-Diskussion und zur Time’s Up-Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Danach haben solche Diskussionen bei 13 Prozent der jüngsten Mitarbeiter dazu geführt, eher auf eventuelle Missstände hinzuweisen oder über Belästigungsfälle zu berichten. Zehn Prozent der Befragten dieser Altersgruppe gaben an, selbst schon sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt zu haben. Jeder Fünfte (21 Prozent) sagte, dies bereits bei anderen gesehen zu haben.

Die jüngste Mitarbeitergeneration liebt Abwechslung

Das Thema Jobwechsel ergab, dass sich mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Mitarbeiter der Generation Z für einen ganz anderen Job in einer anderen Firma oder Branche entscheiden, falls sie eine neue Stelle suchen würden. Lediglich jeder Sechste (16 Prozent) würde gerne einen ähnlichen Job bei einem anderen Arbeitgeber übernehmen und nur eine Minderheit von acht Prozent würde gerne bei ihrem jetzigen Unternehmen bleiben und dort in einem anderen Tätigkeitsfeld arbeiten. Den jüngsten Arbeitnehmern ist offenbar Veränderung wichtig, doch sie möchten – ähnlich wie die anderen Generationen – auch persönlichen Einfluss im Job haben: Sieben von zehn Studienteilnehmern bevorzugen Unternehmen, bei denen sie etwas verändern können.

Job-Tipps der GenZ für die kommende Generation

Untersucht wurde auch, welche Job-Tipps die GenZ der kommenden Generation mit auf den Weg geben würden. Aus einer Reihe von Vorgaben wählten die jungen Menschen folgende drei Favoriten aus: “Behandle andere so, wie du auch behandelt werden möchtest”, “Strebe nach der idealen Work Life Balance” und “Work hard, play hard”.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.