Personalwirtschaft: Herr Jäger, die Viertagewoche ist ein viel diskutiertes Konzept. Immer mehr Unternehmen setzen darauf, auch kleinere Betriebe. Kann die Viertagewoche das Recruiting erleichtern?
Simon Jäger: Das Modell ist für viele Erwerbstätige attraktiv und daher ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, die sie anbieten. Aber auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene könnte die Viertagewoche das Arbeitsangebot steigern, wenn sie dazu beiträgt, Teilzeitbeschäftigte zur Erhöhung ihrer Stundenzahl zu bewegen, Ältere länger im Betrieb zu halten und die „stille Reserve“ stärker zu aktivieren – also qualifizierte Erwerbsfähige, die aus unterschiedlichen Gründen dem Arbeitsmarkt bislang gar nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite muss man aber auch feststellen, dass die Viertagewoche eher dort eingeführt wurde, wo dieses Arbeitszeitmodell zum Betriebsablauf passt. Daher lassen sich aus den bisherigen Versuchen auch keine allgemeingültigen Schlüsse ziehen.
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