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Corona sorgt für Tiefstand bei Fachkräfte-Nachfrage

Ein Forscher sitzt in einem blau ausgeleuchteten Labor.
Entgegen dem Trend in Quartal zwei zunehmend gesucht: Fachkräfte in der medizinischen Forschung. Foto: ©Maksim Šmeljov/Adobe Stock

Der Fachkräfte-Index des Personaldienstleisters Hays ist auf den tiefsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 2015 gefallen. Von zuletzt 135 im ersten Quartal 2020 ist der Indexwert zur Jahreshälfte um 40 Punkte auf 95 gefallen. Zum Vorjahres-Halbjahr lag er noch bei 155. Für den Index werden die Stellenangebote der meistgenutzten Online-Jobbörsen, von Tageszeitungen und dem Online-Business-Netzwerks XING ausgewerten, den Referenzwert 100 bildet das erste Quartal 2015.

“Bedingt durch die Corona-Pandemie und den Lockdown hatte die Sicherung
der vorhandenen Arbeitsplätze für die Unternehmen oberste Priorität”, interpretiert Hays-Chef Dirk Hahn die Indexentwicklung. Deshalb waren sie bei der Ausschreibung neuer Stellen zurückhaltender. “Betrachtet man die Werte für Mai und Juni, scheint sich die Nachfrage auf einem geringeren Niveau zu stabilisieren”, so Hahn weiter.

Steigende Fachkräfte-Nachfrage in nur zwei Berufen

Die verschiedenen Spezialisierungen waren unterschiedlich schwer vom Nachfrage-Rückgang betroffen. Den größten Verlust an Jobangeboten hatten Berufe für Vertriebs- und Marketing-Spezialisten mit 49 Punkten. Der am stärksten betroffene Berufszweig sind hier die Content- und Social-Media-Manager. Fast ebenso groß wie bei Sales und Marketing waren die Verluste bei Finanz-Fachkräften mit 46 Punkten. Vor allem bei Finanzbuchhaltern und Compliance- und Tax-Managern ist die Zahl der offenen Stellen gesunken. Auch für IT-Fachkräfte (minus 39 Punkte) und Ingenieure (minus 32 Punkte) gab es deutlich weniger Stellenangebote als im ersten Quartal. Der Rückgang in diesen technischen Disziplinen war aber weniger stark.

Auch ein Rückgang der Nachfrage, der allerdings deutlich kleiner war als in den anderen Spezialisierungsfeldern, ist bei den Life-Science-Fachkräften zu beobachten. Sie verlieren im Index nur 12 Punkte. In dieses Feld fallen auch die einzigen beiden Berufe, die laut Index häufiger gesucht werden: Für Mitarbeiter für klinische Forschung (plus 10 Punkte) und Medcial Advisors (plus 20 Punkte) gibt es mehr offene Stellen als im Quartal davor.

Öffentlicher Dienst kaum betroffen

Ausgewertet wird auch, in welchen Brachen offene Stellen für Fachkräfte zu finden sind. Kaum weniger Fachkräfte als zuvor sucht die öffentliche Verwaltung. Auch hier ist die Nachfrage leicht um 9 Punkte zurückgegangen, allerdings auf einem insgesamt sehr hohen Nachfrage-Niveau verglichen mit allen anderen Branchen. Bei diesen zeigen die Graphen alle steil nach unten, am steilsten bei IT-Unternehmen (minus 62 Punkte) und im Handel (minus 51 Punkte). Schwer getroffen sind auch Freiberufler, die technische und wissenschafliche Dienstleistungen anbieten. Die Ausschreibungen für ihre Leistungen sind um 47 Indexpunkte zurückgegangen. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleister gab es weniger offene Stellen (minus 40 Punkte), ebenso wie im verarbeitenden Gewerbe (minus 37 Punkte), im Baugewerbe (minus 35 Punkte) und bei Personaldienstleistern (minus 26 Punkte, zum Umgang der Personalberater mit der Krise siehe auch “Die Angst im Nacken”, › Personalwirtschaft 06/2020).


Die Werte des Hays Fachkräfte-Index nach Spezialisierung finden Sie › hier, nach Branche › hier.