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HR macht bei der Digitalisierung Fortschritte, aber…

Frau zeigt auf virtuelles Display
Laut einer Studie ist in Unterneehmen bislang die Hälfte der Personalprozesse digitalisiert.
Foto: © photon_photo/StockAdobe

Eine Studie hat den derzeitigen digitalen Reifegrad von HR in Unternehmen des deutsch- sprachigen Raums untersucht. Danach ist die Digitalisierung im Personalwesen in den letzten Jahren vorangeschritten. Es fehlt jedoch noch an Kompetenz und HR fungiert bislang nicht als aktiver Treiber des Wandels.

Die Personalabteilungen lassen sich aktuell in drei Gruppen einteilen: die digital Fortschrittlichen, ein großes Mittelfeld und wenige Nachzügler. Der überwiegende Teil der HR-Bereiche verfügt mittlerweile über einen zumindest mittleren digitalen Reifegrad. Damit ist laut Studie das Potenzial, aktiver Gestalter des Wandels zu werden, immerhin gegeben, auch wenn HR die Digitalisierung im Unternehmen noch nicht aktiv vorantreibe. Für die Studie “HR drives digital” haben die > HKP Group und die Duale Hoch- schule Baden-Württemberg Lörrach (> DHBW) im deutschsprachigen Raum 136 Personalentscheider aus Unternehmen verschiedener Branchen und Größen befragt.

Digital fortschrittliches HR ist kundenorientiert

Bei den als digital fortschrittlich eingestuften Personalabteilungen identifiziert die Studie einen klaren Fokus auf Kundenorientierung und Benutzerfreundlichkeit. Dort befähige HR zudem Führungskräfte und Mitarbeiter und stelle automatisierte Workflows, Reports sowie Plattformen für den Self Service zur Verfügung. Auch sorgten sie auch für eine hohe Transparenz von Entscheidungen und Prozessen im HR-Management. In diesen Unternehmen werde HR deutlich stärker als Treiber der Digitalisierung wahrgenommen.

Oft hapert es an digitalen Kenntnissen und der Infrastruktur

Nach Ansicht der Studienteilnehmer ist mangelnde digitale Kompetenz in HR-Abteilungen, aber auch bei Führungskräften, das größte Hindernis bei der Digitalisierung. Bisweilen fehlt in den befragten Organisationen auch noch eine solide digitale Infrastruktur, nicht nur die nötige Hard- und Software, sondern auch Plattformen sowie Micro Apps und HR Analytics.

Jede dritte Personalabteilung nutzt keine Zukunftstechnologien

Personalabteilungen, die bereits Zukunftstechnologien nutzen wie zum Beispiel Algorithmen zur Bewerberselektion, Chatbots und Augmented- oder Virtual-Reality-Anwendungen im Recruiting, bewirken laut Studie, dass dadurch die Wahrnehmung im Unternehmen von HR als Treiber der Digitalisierung steigt. Aktuell befasst sich jedoch jede dritte Personalabteilung noch nicht mit solchen Technologien. Überhaupt sind viele Prozesse im HR Management noch nicht digitalisiert. Laut Befragtung nutzt jedes zehnte Unternehmen kein digitales Bewerbermanagement und die digitale Abdeckung der meisten anderen Personalprozesse liegt bei etwa 50 Prozent.

Weitere Digitalisierungshürden

Neben den genannten Hürden stellt die Studie auch Generationsunterschiede in Bezug auf die Veränderungsbereitschaft der Belegschaft fest, außerdem fehlende Budgets und eine schlechte Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.