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Immer mehr Deutsche möchten eine Auszeit

Fernreisen sind das zweithäufigste Motiv für ein Sabbatical.
Foto: © racamani/Fotolia.de
Fernreisen sind das zweithäufigste Motiv für ein Sabbatical.
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Hierzulande hat sich jeder zehnte Berufstätige schon einmal eine Auszeit vom Job genommen und noch mehr Deutsche spielen zumindest mit dem Gedanken, dies einmal zu tun. Eine Studie hat untersucht, welche Mitarbeiter sich dafür am meisten interessieren, welche Motive eine Rolle spielen und wie Arbeitgeber auf diesen Wunsch reagieren.

Immer mehr Berufstätige wollen einfach mal raus aus dem Job. Und die Unternehmen reagieren darauf: Während Sabbaticals vor einigen Jahren noch auf einige Berufszweige und Bereiche der Wirtschaft beschränkt waren, ermöglichen inzwischen immer mehr Firmen ihren Mitarbeitern, eine temporäre Auszeit zu nehmen. Von den Arbeitgebern, die Sabbaticals erlauben, fördern 17,2 Prozent diese sogar aktiv. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Studie des beruflichen Netzwerks Xing hervor. Dafür wurden im vierten Quartal des vergangenen Jahres 1493 deutsche Arbeitnehmer nach ihrer Einstellung zu Sabbaticals befragt.

Vor allem jüngere Mitarbeiter sind offen für Sabbaticals

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass jeder Zehnte (10,1 Prozent) der Deutschen bereits eine längere Auszeit von der Arbeit genommen hat. Weitere 21 Prozent der Berufstätigen liebäugeln zumindest mit einer beruflichen Verschnaufpause. Der Wunsch nach einem Sabbatical hängt unter anderem vom Alter der Mitarbeiter ab, dabei gilt interessanterweise: Umso jünger, desto stärker ist das Interesse. Bei der Altersgruppe bis 40 liegt die Neigung zu einer Auszeit deutlich über dem Gesamtdurchschnitt aller Berufstätigen. Von den 18- bis 24-Jährigen haben bereits 14,3 Prozent eine berufliche Pause eingelegt und 28,6 Prozent möchten dies zukünftig tun. Dagegen haben sich von den 50- bis 59-Jährigen nur 6,6 Prozent ein Sabbatical gegönnt und lediglich 15,8 Prozent haben es vor.

Familiäre Situation und Gehalt spielen eine Rolle

Neben dem Alter beeinflusst die familiäre Situation der Mitarbeiter die Neigung zu Sabbaticals. So haben im Durchschnitt aller Altersgruppen bereits 13,7 Prozent der berufstätigen Eltern eine Auszeit genommen, während bei den kinderlosen Arbeitnehmern nur 8,4 Prozent diesen Schritt gegangen sind. Darüber hinaus spielen offenbar auch finanzielle Aspekte eine Rolle dafür, ob sich Berufstätige ein Sabbatical leisten können oder nicht: Ab einem Bruttoeinkommen von 5000 Euro haben 14,4 Prozent der Befragten bereits eine Auszeit genommen – mehr als der Durchschnitt aller Befragten und deutlich mehr als Mitarbeiter niedrigerer Einkommensgruppen.

Hauptmotive: Erholung, Fernreisen und Weiterbildung

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, wofür sie eine Auszeit nutzen oder nutzen würden. Danach steht die geistige und körperliche Erholung für 56,1 Prozent an erster Stelle. 42 Prozent möchten das Sabbatical für eine Fernreise verwenden. An dritter Stelle folgen Qualifizierungsmaßnahmen: Mehr als ein Viertel (27,1 Prozent) der Deutschen setzt den unbezahlten Urlaub für die eigene Weiterentwicklung ein. Dabei ist dieser Aspekt für Frauen mit 30 Prozent wichtiger als für Männer (24,7 Prozent). Weitere 12,1 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich) nehmen sich eine Auszeit, um Angehörige zu pflegen.

Mehr als jeder zweite Interessierte hält sein Anliegen zurück

In manchen Unternehmen scheitert die Umsetzung eines Sabbaticals, weil der Arbeitgeber es grundsätzlich nicht ermöglicht, was bei 17,2 Prozent der Unternehmen der Fall ist. Fast ein Fünftel (18,8 Prozent) der Mitarbeiter konnte den Wunsch zudem nur mit Einschränkung und geringerer Dauer durchsetzen. Viele Auszeitinteressierte stehen sich jedoch selbst im Weg: 58,6 Prozent halten ihr Anliegen dem Arbeitgeber gegenüber vorsichtshalber noch zurück.

“New Work Experience” am 30. März in Berlin

Die Möglichkeit, Auszeiten vom Job zu nehmen, ist ein Aspekt der sich abzeichnenden Entwicklung hin zu mehr Flexibilität und Selbstbestimmung bei der Arbeit – bewirkt durch den Fachkräftemangel, den digitalen Wandel und das Bedürfnis nach besserer Vereinbarung von Beruf und Privatleben. Zu den Veränderungen gehören zum Beispiel lebensphasenorientierte Arbeitskonzepte, flache Hierarchien, Initiativen für mehr Diversität und mehr Mitbestimmung in Betrieben sowie neue Führungsmethoden in Zeiten von Industrie 4.0. Diese Themen stehen im Mittelpunkt der “New Work Experience”, einer Veranstaltung von Xing zur Zukunft der Arbeit, die am 30. März in Berlin stattfindet. Dort wird auch der vierte New Work Award für die besten zukunftsweisenden Arbeitskonzepte verliehen. Informationen zur Veranstaltung gibt es > hier.