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Jeder achte Industriebetrieb nutzt KI

Zwei Roboter in Industriebetrieb
Fabriken werden immer smarter und selbst lernende Maschinen halten Einzug in die Betriebe.
Foto: © Alexander Limbach/StockAdobe

Heute geben lediglich drei Prozent der Industrieunternehmen hierzulande an, dass Industrie 4.0 für sie jetzt und auch künftig nicht relevant ist – damit hat der Anteil der Betriebe, die so denken, innerhalb eines Jahres um zwei Drittel abgenommen. Gut jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) nutzt bereits spezielle Anwendungen für Industrie 4.0 und ein Fünftel (21 Prozent) plant den Einsatz. Im Schnitt sind heute 25 Prozent der Maschinen in der hiesigen Fertigungsindustrie smart, also mit dem Internet verbunden. In zehn Prozent der Firmen ist bereits mehr als die Hälfte der Maschinen via Internet vernetzt. Die Unternehmen, die über Industrie-4.0-Anwendungen verfügen oder dies planen, investieren dieses Jahr durchschnittlich fünf Prozent ihres Gesamtumsatzes dafür. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbands > Bitkom. Dafür wurden in Deutschland 555 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern befragt.

Von KI erwarten die Betriebe vor allem eine Steigerung der Produktivität

Auch Künstliche Intelligenz hat den Einzug in einige der befragten Unternehmen gefunden. Ob Roboter, die Aufgaben eigenständig erfüllen und ihr Wissen an andere Maschinen weitergeben, oder KI-Systeme, die Techniker bei Reparaturen anleiten – derzeit nutzen zwölf Prozent der Industriebetriebe KI. Die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) geht davon aus, dass maschinelles Lernen in Zusammenhang mit Industrie 4.0 für eine tiefgreifende Veränderung der bestehenden Geschäftsmodelle sorgen wird. Gefragt danach, was sich die Studienteilnehmer vom KI-Einsatz in der smarten Fabrik versprechen, nannte fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) die Steigerung der Produktivität. 39 Prozent gaben als Vorteil die Predictive Maintenance an, die Verbesserung der Fehlererkennung und damit einhergehende Reduktion der Ausfallzeiten von Maschinen. Ein Drittel (33 Prozent) erwartet Prozessoptimierungen in Produktion und Fertigung. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) denkt, dass durch KI eine bessere Produktqualität erzielt werden kann. Darüber hinaus geht jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) von einer besseren Skalierbarkeit aus und 19 Prozent erhoffen sich weniger Kosten, etwa für Personal, Wartung, Inspektion und Entwicklung.

Gut jedes zweite Unternehmen beklagt Fachkräftemangel

In Verbindung mit der Entwicklung zu einer smarten Fabrik hat fast ein Drittel der befragten Unternehmen (31 Prozent) im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter eingestellt. Für 2019 sieht gut jedes vierte Unternehmen (27 Prozent), das Industrie 4.0 anwendet oder dies plant, Neueinstellungen vor. Mehr als jeder zweite Arbeitgeber (55 Prozent) sagt jedoch, der Einsatz von Industrie-4.0-Anwendungen scheitere am Fachkräftemangel. Was die vorhandenen Mitarbeiter betrifft, so hat die Hälfte der Betriebe (49 Prozent) im letzten Jahr Personal für die neuen Anforderungen weitergebildet und für dieses Jahr planen 53 Prozent solche Maßnahmen.

Deutsche kritisieren Politik, sehen sich bei Industrie 4.0 aber weltweit auf Rang zwei

Nach Ansicht von zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) sollte die deutsche Politik das Problem des Fachkräftemangels verstärkt anpacken, aber auch bessere technische Voraussetzungen für die Digitalisierung schaffen: So erwarten 80 Prozent der Unternehmen mehr Unterstützung beim Breitbandausbau. Ein weiterer Aspekt, um den sich die Politiker kümmern sollten, ist nach Ansicht von 56 Prozent der Befragten ein praxistauglicher Datenschutz. Lediglich gut ein Viertel der Unternehmen (28 Prozent) ist der Ansicht, dass die Politik ausreichend Verständnis für die Bedeutung von Industrie 4.0 aufbringt. Knapp drei von vier Unternehmen (72 Prozent) finden, dass Deutschland eine ganz neue Industriepolitik braucht. Trotz aller Kritik und der Forderungen schätzt sich die deutsche Industrie derzeit im weltweiten Vergleich auf Rang zwei ein, knapp hinter den USA und vor Japan, und 29 Prozent sehen Deutschland im Jahr 2030 als weltweit führend beim Thema Industrie 4.0.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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