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Jeder vierte Beschäftigte arbeitet im Homeoffice

Vor der Corona-Pandemie war das Homeoffice noch nicht weit verbreitet. Das änderte sich durch die Infektionsschutzmaßnahmen drastisch. Arbeiteten 2019 deutschlandweit rund 13 Prozent ganz oder teilweise im Homeoffice, waren es im ersten Corona-Jahr 21 Prozent und 2021 rund 25 Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) kürzlich unter Berufung auf Erstergebnisse des Mikrozensus mitgeteilt. Demnach arbeiteten im vergangenen Jahr zehn Prozent aller Berufstätigen vollständig von Zuhause aus.

Je nach Branche sehr unterschiedlich

Tätigkeitsbedingt ist Telearbeit nicht in jeder Branche möglich, daher variiert die Homeoffice-Nutzung je nach Sektor deutlich. Am meisten war die Arbeit von Zuhause aus im Bereich IT-Dienstleistungen verbreitet: Rund drei Viertel (75,9 Prozent) arbeiteten vollständig oder gelegentlich im Homeoffice. Am zweithöchsten war die Homeoffice-Quote in der Verwaltung und Führung von Unternehmen sowie in der Unternehmensberatung mit 71,3 Prozent. Immerhin zwei Drittel (66,2 Prozent) der Beschäftigten in Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen nahmen Telearbeit in Anspruch und in Forschung und Entwicklung betrug der Anteil knapp 60 Prozent.

In den anderen Branchen fiel die Quote deutlich niedriger aus und in manchen Sektoren war das Homeoffice eher die Ausnahme. Das lässt sich aber darauf zurückführen, dass in diesen Bereichen oftmals Tätigkeiten ausgeübt werden, die im Betrieb verrichtet werden müssen. So etwa im Gesundheitswesen. Dort konnten mit nur 5,4 Prozent die wenigsten Beschäftigten von Zuhause aus arbeiten. Am zweitgeringsten mit 8,1 Prozent war der Anteil im Bau- und Ausbaugewerbe. Im Einzelhandel lag die Quote mit 8,3 Prozent kaum höher.

Die Zahlen von Destatis beziehen sich auf eine Zeit, in der in Deutschland noch die Homeoffice-Pflicht galt. Angaben des ifo-Instituts weisen aber darauf hin, dass auch ohne die politische Vorgabe Unternehmen ihren Mitarbeitenden ermöglichen, von Zuhause aus zu arbeiten. Auch das ifo-Institut fand heraus, dass derzeit rund ein Viertel der Beschäftigten teilweise oder komplett vom Homeoffice aus tätig sind.

Deutschland bei Homeoffice-Anteil leicht über EU-Durchschnitt

Wie stand Deutschland 2021 in Sachen Homeoffice im europäischen Vergleich da? Eine Analyse von Eurostat zeigt, dass die hiesige Quote leicht über dem EU-Durchschnitt von 24,2 Prozent lag, wobei in diese Berechnung alle Erwerbstätigen ab 15 Jahren einbezogen wurden. Am höchsten mit 54 Prozent war der Anteil in den Niederlanden, gefolgt von Schweden (46,5 Prozent) und Luxemburg (45,4 Prozent). Am wenigsten verbreitet war Remote Work in Bulgarien (6,5 Prozent), Rumänien (6,6 Prozent) und Zypern (12,6 Prozent). Hierzulande arbeiteten Frauen mit 23,9 Prozent etwas seltener im Homeoffice als Männer (25,7 Prozent).

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.