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Mitarbeiter-App: Das Wort „Gehaltserhöhung“ ist verboten

Der US-Internetkonzern Amazon will offenbar nicht, dass sich seine Beschäftigten zu Themen wie Gehaltserhöhungen, Gewerkschaften oder Diversity austauschen. Jedenfalls geht das aus Dokumenten zu einer geplanten Mitarbeiter-App hervor, die das amerikanische Investigativmagazin The Intercept einsehen konnte.

Demnach plant Amazon eine interne Nachrichten-App, mit der die Beschäftigten durch sogenannte Shout-outs ihre Anerkennung für die  guten Leistungen von Kolleginnen und Kollegen ausdrücken können. Das solle Zufriedenheit und Produktivität der Beschäftigten erhöhen und die Fluktuation senken, wird der Chef des Konsumgütergeschäfts, Dave Clark, von The Intecept zitiert.

Komplett uneingeschränkt sind die Mitarbeitenden bei ihren Nachrichten allerdings nicht: Die App soll eine Schimpfwort-Erkennung bekommen, die laut den Dokumenten allerdings auch zahlreiche Begriffe sperrt, die auf einer entsprechenden Liste eigentlich nichts zu suchen haben. So etwa unter anderem die Begriffe  „Gehaltserhöhung“, „Sklavenarbeit“, „Diversity“ und „Ethik“ , und sogar der US-amerikanische Begriff für Toiletten, „restrooms“. Das hat einen Grund: Im vergangenen Jahr hatte es Berichte darüber gegeben, dass sich Beschäftigte wegen hohem Arbeitsdrucks in Flaschen erleichtert hatten. Dieser internen Kritik möchte sich das Unternehmen anscheinend nicht stellen.

Amazon selbst präsentiert die App als Bereicherung für die Belegschaft.  „Unsere Teams denken immer über neue Wege nach, um den Mitarbeitern zu helfen, miteinander in Kontakt zu treten“, sagte laut The Intercept die Unternehmenssprecherin Barbara M. Agrait. Was den “Schimpfwort-Filter” angeht zeigt sich Amazon zurückhaltend. „Dieses spezielle Programm wurde noch nicht genehmigt und kann sich erheblich ändern oder sogar überhaupt nie starten.“ Der Filter solle lediglich beleidigende und belästigende Worte blockieren.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.

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