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Homeoffice im öffentlichen Dienst: wenig Unterstützung durch Vorgesetzte

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Eine Studie hat die Erfahrungen von Beschäftigten im öffentlichen Diens mit dem Homeoffice untersucht.
Foto: © CrazyCloud-stock.adobe.com

Vor der Corona-Pandemie hatten sechs von zehn Mitarbeitern im öffentlichen Dienst (58,8 Prozent) noch keine Erfahrung mit der Arbeit von zuhause aus gemacht. In der neuen Situation stimmt mit 70 Prozent jedoch die Mehrheit der Aussage zu, dass es in ihrer Organisation Strategien und Regelungen zur Heimarbeit gibt. Das sind Ergebnisse der Studie “Homeoffice- und Präsenzkultur im öffentlichen Dienst in Zeiten der Covid-19-Pandemie”, die das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität Köln zwischen April und Mai dieses Jahres über das berufliche Netzwerk Linkedin durchgeführt hat. An der Befragung nahmen 847 Beschäftige im öffentlichen Dienst teil.

Weniger als jeder Zweite bekommt Hilfe von seiner Führungskraft

Was die technische Ausstattung betrifft, so stimmten die meisten Befragten voll und ganz (48,9 Prozent) oder eher (33,5 Prozent) zu, dass sie für ihre Arbeit im Homeoffice gut ausgestattet sind. Auch gibt ein Großteil an, dass zuhause ein fester Arbeitsplatz vorhanden ist. Etwas mehr als drei von vier Beschäftigten sagen, im Homeoffice auf alle notwendigen Informationen zugreifen zu können. 46 Prozent geben an, dass ihre Führungskraft sie bei Problemen im Homeoffice unterstützt. Etwa die Hälfte berichtet von einem regelmäßigen Austausch per Video-oder Telefonkonferenz mit ihrer Führungskraft. Fast zwei Drittel tauschen sich regelmäßig über Video-oder Telefonkonferenzen mit Kollegen aus. Auch haben rund drei Viertel der Befragten eine eigene feste Tagesroutine entwickelt und mehr als jeder Zweite hält sich im Homeoffice an strikte Arbeitszeiten.

Wichtigste Herausforderungen im Home Office

Immerhin drei von vier Befragten berichten, dass sie das Homeoffice vor Herausforderungen stellte. Die drei wichtigsten Herausforderungen sind die Ausstattung (fehlende technische Infrastruktur, unter anderem der fehlende Zugriff auf Programme und Informationen sowie die Nutzung eigener Geräte), der persönliche Kontakt (erschwerte Kommunikation, fehlende soziale Kontakte) sowie die Kinderbetreuung und Home-Schooling.

Homeoffice wird skeptisch beäugt, lange Anwesenheit gilt als Engagement

Darüber hinaus sagen viele der Studienteilnehmer, dass ihr Vorgesetzter die Arbeit im Homeoffice ablehnt. Es gebe zum Beispiel Vorbehalte, dass Beschäftigte zu Hause zu wenig arbeiten würden. Ein Großteil der Befragten gibt an, dass die Vorgesetzten wenig Initiative zeigten, den Mitarbeitern die Arbeit von zuhause aus zu ermöglichen. Mehr als 80 Prozent sagen, die Führungskräfte seien nicht darin geschult, ihre Beschäftigten im Homeoffice zu unterstützen. Außerdem stimmten sechs von zehn Studienteilnehmer (62 Prozent) der Aussage zu, die Abwesenheit im Büro sei hinderlich für die Karriere. Lange Anwesenheit hingegen gilt im öffentlichen Dienst als besonderes Engagement.

Die vollständige Studie steht zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.