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So bleiben Sie in Krisenzeiten Ihren Werten treu

HR-Werkstatt zu Unternehmenswerten

Frage an die HR-Werkstatt: “Wie schaffen wir es, auch in Krisenzeiten unseren Unternehmenswerten treu zu bleiben und diese aktiv zu vertreten?”

Die “Corona-Krise” führt Unternehmen vor Augen, wie schnell sich sicher geglaubte Situationen ändern können. Von einer Woche auf die andere brechen Umsätze weg, Verträge werden auf Eis gelegt oder Produktionen stillgelegt. Das stellt Unternehmen vor ungeplante Herausforderungen. Es löst zu Beginn nicht selten ein gefühltes Erdbeben aus, das alles auf den Kopf stellt. Wie Unternehmen mit solchen Krisen – die aktuelle Situation soll lediglich als ein Beispiel dienen – umgehen, hängt stark von der Unternehmenskultur ab. Und: In Krisenzeiten zeigt sich auch, wie stabil die eigene Kultur ist.

Die Unternehmenskultur definiert Normen, Werte und Einstellungen eines Unternehmens und prägt mit diesen alle Entscheidungen, Handlungen und das Verhalten der Mitarbeiter. Sie gibt Richtlinien vor, nach welchen Maßstäben Führungskräfte und Mitarbeiter Entscheidungen treffen, wie sie miteinander umgehen, wie sie Kritik und Feedback äußern sowie Konflikte lösen. Eine starke, spürbare Unternehmenskultur bietet Firmen zahlreiche Vorteile: von Mitarbeitermotivation über hohe Anziehungskraft für neue Mitarbeiter bis hin zu einem daraus resultierenden höheren wirtschaftlichen Erfolg. Auch in einer Krise zahlt sich eine stabile Unternehmenskultur aus. Denn sie hat das Potenzial, Mitarbeitern Halt und Orientierung zu geben.

Doch wie gelingt es Firmen, ihre Kultur auch in Krisenzeiten zu leben und stabil zu halten? Krisen bedrohen nicht nur häufig die Existenz und lassen Führungsebenen in den Überlebensmodus schalten. Sie beeinträchtigen aktuell zusätzlich die gewohnte interne Kommunikation deutlich. Schließlich arbeiten plötzlich alle Mitarbeiter weitgehend digital von Zuhause aus. Die folgenden drei Schritte sollen Ihnen als Orientierung dienen, wie Sie auch in schwierigen Zeiten, den eigenen Unternehmenswerten treu bleiben können.

Schritt 1: Führungskräfte als Vorbilder etablieren

Kultur muss leben – von der Chefetage bis zu den Praktikanten sollten idealerweise alle die Werte und Einstellungen des Unternehmens kennen und erklären können. Dies ist ein gutes Zeichen dafür, dass sie auch gelebt wird. Eine besonders wichtige Rolle nehmen jedoch die Führungskräfte ein. Diese müssen mit gutem Beispiel voran gehen und ihr Handeln stets an den Normen und Werten des Unternehmens orientieren. Auch trägt ihr Auftreten den Mitarbeitern oder anderen Führungskräften gegenüber maßgeblich dazu bei, wie ernst die Kultur genommen wird. Werben sie für einen vertrauensvollen Umgang miteinander, geben aber selbst keine Kontrolle ab, wird sich dieser Wert auch in den einzelnen Abteilungen nicht durchsetzen. Kultur ist per se kein reines Top-Down-Konzept, ohne Vorbilder von oben kann sie sich jedoch nicht entfalten.

HR-Abteilungen übernehmen immer häufiger die Aufgabe, die Unternehmenskultur zu pflegen und ins Unternehmen zu tragen. Gerade in digitalen Unternehmen setzt sich deswegen auch die Abteilungsbezeichnung “People & Culture” durch. So ist es auch sinnvoll, dass HR-Mitarbeiter die Führungskräfte regelmäßig auf ihre Vorbildfunktion und Multiplikatorrolle hinweisen und gemeinsam Maßnahmen überlegen, die Kultur zu stärken. Gerade in Krisenzeiten ist das essentiell, um Mitarbeitern Halt und Sicherheit zu bieten.

Schritt 2: Kommunikation der Werte

Die Maßnahmen ins Unternehmen zu tragen, gelingt mit regelmäßiger Kommunikation. In Krisenzeiten, gerade wenn der tägliche Austausch miteinander fehlt, kommt der internen Kommunikation ein enorm hoher Stellenwert zu. Lieber zu viel kommunizieren, als zu wenig. In der Kommunikation bewährt es sich, direkt die Unternehmenswerte zu kommunizieren und Entscheidungen damit zu begründen. Das sorgt für Transparenz und auch Verständnis für auf den ersten Blick unpopuläre Entscheidungen.

E-Mails sind für solche Kommunikationsmaßnahmen natürlich ein mögliches Mittel. Besser bewähren sich jedoch digitale Tools, wie (Social) Intranets, die einen Austausch zulassen. Hier können Mitarbeiter beispielsweise auch Fragen an Führungskräfte stellen, die diese dann für alle sichtbar beantworten können. Daraus lassen sich einfach FAQ-Dokumente erstellen, die dynamisch der Situation entsprechend angepasst werden. Auch können Führungskräfte regelmäßige Updates zur Situation teilen, die im Intranet an einem zentralen Ort abliegen. So laufen diese wichtigen Informationen nicht Gefahr, in der täglichen E-Mail-Flut unterzugehen. Dies ist enorm wichtig, um Gerüchten und Missverständnissen vorzubeugen und diese dann mühsam wieder richtig zu stellen. Das Intranet bieten im besten Fall also eine Art digitale Heimat für alle wichtigen Informationen.

Schritt 3: Dynamisch den Gegebenheiten anpassen und Kreative Ideen fördern

Ist die Unternehmenskultur stabil und stark, vermag sie es Mitarbeitern auch in turbulenten Zeiten Sicherheit zu geben und den Teamgeist zu fördern. Und loyale, motivierte Mitarbeiter sind ein wahrer Goldschatz für Unternehmen. Fördert Unternehmenskultur bei einem Großteil der Mitarbeiter Gefühle wie Loyalität und Zusammenhalt, können in Krisen die kreativsten Ideen geboren werden. Diese führen die Firma auf neuen unerprobten Wegen durch schwere Zeiten. Aber natürlich muss es für solche Szenarien auch Mut zur Veränderung geben. Unternehmen, die sich gut auf sich ändernde Bedingungen einstellen können und diese akzeptieren, kommen meistens besser durch Krisen, als Organisationen, die probieren, sich starr an geprobte Abläufe zu halten. Auch die Kultur kann sich in Krisenzeiten ändern und sich dynamisch den neuen Bedingungen anpassen. Denn auch sie wird wie alle anderen Prozesse auf den Prüfstand gestellt. Das ist gut so und Firmen sollten es nicht unterbinden, sondern fördern.

Fazit

Krisensituationen stellen Unternehmen vor unzählige Herausforderungen. In solch einer Situation auch noch die Unternehmenskultur im Blick zu haben und diese aufrechtzuerhalten, mag übertrieben erscheinen. Ist es aber nicht. Verschiedenste Studien zeichnen ein eindeutiges Bild: Eine starke Unternehmenskultur wirkt sich langfristig positiv auf den Unternehmenserfolg aus.

In der aktuellen Situation, in der Mitarbeiter – wo immer möglich – aus dem Homeoffice arbeiten, ist es besonders schwierig, Zusammenhalt zu kreieren. Digitale Tools können dabei helfen und der internen Kommunikation wichtige Kanäle bieten. Neben (Social) Intranets, die unabdingbar sind für wichtige Unternehmensinformationen helfen auch Chat-Tools den Austausch und das Miteinander unter den Kollegen zu stärken. Social Intranets haben diese Funktion häufig integriert, aber es gibt auch zahlreiche separate Anbieter. Hier lohnt sich der gründliche Vergleich, um ein Tool zu finden, das möglichst alle Ihre Anforderungen erfüllt. Ein bunter Blumenstrauß an Tools kommt bei den Mitarbeitern häufig nicht gut an, da der Aufwand, sich in alle einzuarbeiten, meistens als zu hoch empfunden wird.

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