So kann HR Mental Health in der Weihnachtszeit fördern

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Weihnachten ist für viele eine freudige Zeit des Zusammenseins. Doch nicht wenige Mitarbeitende stehen in dieser saisonalen Phase vor unterschätzten Belastungen. Laut Studien machen sich mehr als die Hälfte der Menschen zu Weihnachten Sorgen um die mentale Gesundheit von Bekannten und jede und jeder Vierte sagt, dass Weihnachten auch die eigene psychische Gesundheit verschlechtert. 

Es sind Anliegen und Anforderungen, die HR-Verantwortliche geschickt bewältigen müssen, um auch in der Vorweihnachtszeit einen reibungslosen Ablauf für Mitarbeitende und Unternehmen sicherzustellen. Doch was genau wird in dieser Zeit am häufigsten zur mentalen Herausforderung für Beschäftigte? Und wie kann HR sie unterstützen?  

Die größten mentalen Herausforderungen in der Weihnachtszeit

Hohe Erwartungen und viel Stress

Für viele Unternehmen ist die Weihnachtszeit auch das Ende des Geschäftsjahres. Die meisten Teams versuchen, ihre Jahresziele zu erreichen und wichtige Projekte vor Jahresende abzuschließen. Das sorgt für ein hohes Arbeitspensum und Erwartungsdruck, was Stress verursachen kann. Hinzu kommen viele private Erwartungen, ein tolles Fest zu organisieren, die perfekten Geschenke für die Liebsten zu finden und an sozialen Veranstaltungen teilzunehmen. Das Ergebnis: erhöhte Belastung und zusätzlicher Stress.

Unsicherheit und verringerte Motivation

Für viele ist der Jahreswechsel auch Zeit der Reflexion. Rückblicke auf schwierige Erlebnisse im zu Ende gehenden Jahr, Angst und Sorgen bezüglich des nächsten Jahres, aber auch Ablenkung durch viele zusätzliche private und soziale Verpflichtungen können zu einem verringerten Fokus und einer sinkenden Produktivität der Mitarbeitenden führen.

Einsamkeit und Energieverlust

Laut Umfragen verbringen jährlich etwa 2,4 Millionen Deutsche Weihnachten alleine. Vor allem für ältere Menschen, getrennt Lebende und Singles ist Weihnachten oft eine Zeit der Einsamkeit. Hinzu kommt, dass das wenige Tageslicht der dunklen Jahreszeit für viele einen (zusätzlichen) negativen Einfluss auf die Psyche hat. Angst und Antriebslosigkeit können Mitarbeitende daher rund um die Weihnachtszeit negativ beeinflussen.

5 Dinge, die HR tun kann, um das Stresslevel zu senken

HR kann natürlich nicht dafür sorgen, den Weihnachtsstress in Luft aufzulösen. Mit folgenden 5 Tipps können Personalverantwortliche Mitarbeitenden allerdings helfen, den entsprechenden Stress besser zu managen und zu reduzieren:

Klare Kommunikation

Wenn wir offen und transparent mit Mitarbeitenden kommunizieren, können wir sicherzustellen, dass sie genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Dies kann Unsicherheiten und Missverständnisse verringern und dadurch den Stresspegel senken.

Stressmanagement-Workshops

Schulungen zum Stressmanagement können helfen, Mitarbeitenden effektive Werkzeuge zur Stressbewältigung an die Hand zu geben. Hierfür können interne, aber auch externe Ressourcen wie zum Beispiel eine Plattform für die mentale Gesundheit genutzt werden. 

Individuelle Unterstützung

Individuelle Gespräche mit den Mitarbeitenden ermöglichen es, deren spezifische Bedürfnisse und Herausforderungen zu verstehen und personalisierte Lösungen zu identifizieren.

Anerkennung und Dankbarkeit ausdrücken

Dankbarkeit gegenüber Mitarbeitenden zu zeigen, ruft positive Emotionen bei ihnen hervor und erhöht die soziale Bindung innerhalb des Unternehmens. Beides kann den Umgang mit stressigen Situationen erleichtern. Dankbarkeit können Führungskräfte, HR aber auch Kolleginnen und Kollegen mit Anerkennungsprämien, persönlichen Dankesnachrichten oder kleinen Geschenken ausdrücken. 

Tipps für Stressprävention teilen

Neben unternehmensweiten Maßnahmen kann HR Mitarbeitenden auch Tipps zur eigenen Stressprävention mitgeben. Zum Beispiel:

  • Sich selbst priorisieren: Klare Grenzen zu setzen und sich bewusst Zeit für Pausen und Achtsamkeit mit den eigenen Emotionen zu nehmen, kann stressbedingte Belastungen effektiv minimieren. 
  • Unterstützung holen: Rechtzeitig zu planen, was man in der Weihnachtszeit braucht und wie man sich dafür Unterstützung holen kann, kann stark entlasten.
  • Anspruch auf Perfektion verringern: Sich selbst zu erlauben, nicht alles perfekt zu machen, kann Stress signifikant reduzieren. Dazu gehört es auch, sich klare Prioritäten zu setzen und realistische Erwartungen an sich selbst und andere zu entwickeln und zu kommunizieren. 

3 Wege, um sinkende Motivation im Team aufzufangen

Eine Studie zeigt: Ab dem 16. Dezember ist schon jeder Dritte gedanklich im Urlaub. Die sinkende Motivation der Mitarbeitenden vor Weihnachten ist ein weit verbreitetes Phänomen. Grund dafür sind nicht nur die Vorfreude auf Weihnachten, sondern auch die Zusatzaufgaben rund um die Feiertage, finanzielle Sorgen sowie Ängste und Unsicherheiten bezüglich des neuen Jahres. Folgende drei Ideen können HR und Führungskräften helfen, die Motivation im Team zu stärken:

Vorfreude im Büro zelebrieren

Ein Plätzchenteller, ein Afterwork-Ausflug auf den Weihnachtsmarkt oder eine traditionelle Weihnachtsfeier können die vorweihnachtliche Stimmung an den Arbeitsplatz bringen. Mit der Aussicht auf schöne Momente können Mitarbeitende sich eine klare Deadline für ihre Arbeit setzen und konzentriert an ihren To-dos arbeiten. 

Arbeitszeiten flexibel gestalten

Durch eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit können Arbeitgeber Mitarbeitenden die Option geben, ihre beruflichen und privaten To-dos so einzuteilen, dass sie alles reibungslos schaffen und erledigen können.

Das Jahr gemeinsam reflektieren

Das bevorstehende Jahresende bietet stets eine gute Gelegenheit, um gemeinsam mit dem Team zurückzublicken. Für Führungskräfte ist das zudem ein guter Moment, um Mitarbeitenden Wertschätzung entgegenzubringen, Erfolge zu feiern und neue Ziele für das kommende Jahr zu setzen. Das motiviert das Team und erinnert alle an die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit.

Ängste rund um Einsamkeit überwinden

Weihnachten wird traditionell als eine Zeit des Zusammenseins und der familiären Verbundenheit betrachtet. Für diejenigen, die keine intakten Familienstrukturen haben oder von ihren Lieben getrennt sind, kann diese Erwartung herausfordernd sein. So kann HR betroffene Mitarbeitenden unterstützen:

  • HR kann Möglichkeiten zur sozialen Interaktion im Büro schaffen oder Mitarbeitende dabei unterstützen, Aktivitäten und soziale Treffen während der Feiertage zu organisieren. Dies kann dazu beitragen, Einsamkeitsgefühle zu reduzieren.
  • HR kann auch auf Ressourcen verweisen, die Unterstützung bei Einsamkeit bieten. Das können beispielsweise Anleitungen sein, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen, um die eigene Perspektive zu verändern, oder Lösungsanbieter für schnelle und professionelle psychologische Hilfe. Die Telefonseelsorge ist zum Beispiel unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 111 0 111 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar.
  • Vielleicht sind Mitarbeitende alleine, weil sie Einladungen abgelehnt haben. Als Personalverantwortliche können wir sie ermutigen, diese Menschen zurückzurufen und „Ja“ zu sagen oder offen in Kontakt mit anderen zu treten. Natürlich nur, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter das auch möchte. Eine ehrenamtliche Arbeit während der Feiertage, zum Beispiel in der Suppenküche, im Kinderkrankenhaus oder Pflegeheim ist eine gute Möglichkeit, mit anderen in Kontakt zu sein und Menschen, die weniger Glück haben, eine Freude zu bereiten.

Weihnachten ist für viele die schönste, aber auch die herausforderndste Zeit des Jahres. Mit den richtigen Werkzeugen und ausreichend Achtsamkeit können HR und Mitarbeitende die Feiertage für alle erfolgreich und zufriedenstellend gestalten.

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Wie kann HR die mentale Gesundheit von Mitarbeitenden, aber auch sich selbst stärken? Kimberly Breuer, Likeminded-Co-CEO, gibt in ihrer monatlichen Kolumne Tipps und Inspiration für den Arbeitsalltag.