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Stationäres Arbeiten war gestern

Mobiles Arbeiten ist nicht mehr aufzuhalten: Bereits mehr als jeder zweite Mitarbeiter hat wechselnde Arbeitsplätze. Foto: © Africa Studio/Fotolia.de
Mobiles Arbeiten ist nicht mehr aufzuhalten: Bereits mehr als jeder zweite Mitarbeiter hat wechselnde Arbeitsplätze. Foto: © Africa Studio/Fotolia.de

Die Arbeitswelt verändert sich tiefgreifend und wird immer mobiler: Nicht einmal mehr die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland arbeitet heute noch ausschließlich oder überwiegend an einem einzigen, stationären Arbeitsplatz. Mobiles Arbeiten wirkt sich vorteilhaft für Mitarbeiter und Unternehmen aus, erfordert aber auch bestimmte Kompetenzen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Nur noch 46 Prozent der Mitarbeiter hierzulande haben noch vorwiegend oder ausschließlich einen stationären Arbeitsplatz. Die Mehrheit (54 Prozent) ist überwiegend oder ausschließlich mobil an wechselnden Arbeitsplätzen tätig. Dabei gehen die meisten – 29 Prozent – ihrer mobilen Beschäftigung sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens an wechselnden Arbeitsplätzen nach. 14 Prozent arbeiten vorwiegend innerhalb des Unternehmens mobil und elf Prozent sind vorwiegend extern an wechselnden Arbeitsplätzen tätig.

Die Mehrheit der Mitarbeiter (97 Prozent) nutzt für die mobile Arbeit Laptops und tragbare Computer, fast genauso viele (93 Prozent) verwenden mittlerweile (auch) Smartphones. 62 Prozent nutzen Tablets, 36 Prozent andere mobile Geräte wie Special Hardware. Das sind erste zentrale Ergebnisse der Studie “Mobiles Arbeiten”, die am 10. Mai auf der Messe “Personal 2016 Süd” vorgestellt wurden. Der Veranstalter > spring Messe Management führte die Untersuchung gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin), der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) sowie dem Büro für Arbeits- und Organisationspsychologie (bao GmbH) durch. An der Befragung unter Studienleiter Prof. Dr. Jochen Prümper nahmen im März und April 2016 insgesamt 674 Unternehmensvertreter teil, überwiegend aus dem Management, der Geschäftsführung und dem Personalbereich.

Höhere Anforderung an Selbstkompetenz der Mitarbeiter

Gut die Hälfte der befragten Unternehmensvertreter (52 Prozent) ist der Ansicht, dass mobiles Arbeiten höhere oder viel höhere Anforderungen an die Schlüsselkompetenzen der Mitarbeiter stellt. 78 Prozent sagen, dass Arbeitnehmer vor allem mehr Selbstkompetenzen benötigen: Selbstständigkeit, Flexibilität, Kreativität, Verantwortungs- und Leistungsbereitschaft sowie Zuverlässigkeit. 58 Prozent der Studienteilnehmer beobachten, dass die Mitarbeiter auch bessere kommunikative Kompetenzen wie schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit, Diskussionsfähigkeit oder partnerorientierte Kommunikation mitbringen müssen. Auch sehen 49 Prozent höhere oder viel höhere Anforderungen an soziale Kompetenzen wie Konflikt- und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, Führungsqualitäten und Kundenorientierung auf die Beschäftigten zukommen.

Mehr Gestaltungsfreiheit und Zufriedenheit

Aus Sicht der Unternehmensvertreter wirkt sich die IT-gestützte mobile Tätigkeit positiv auf die Arbeitssituation der Mitarbeiter und die ergonomischen Rahmenbedingungen aus. 53 Prozent sehen bessere oder viel bessere Gestaltungsmöglichkeiten für die Mobile Worker. Vor allem die Gestaltung der Arbeitszeit ist für rund ein Drittel (34 Prozent) besser und für 19 Prozent viel besser, gefolgt von den Tätigkeiten und den Arbeitsaufgaben. Lediglich zwölf Prozent der Teilnehmer beurteilen die Gestaltung der Arbeitszeit bei digitalisierter Mobilarbeit als schlechter oder viel schlechter.

Laut der Studie haben mobile IT-gestützte Arbeitsformen außerdem einen positiven Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit und Arbeitsleistung. 67 Prozent der Befragten sehen eine gestiegene Arbeitszufriedenheit gegenüber lediglich sieben Prozent, die eine Verschlechterung feststellen. 55 Prozent beobachten, dass sich die Arbeitsleistung der Mitarbeiter positiv entwickelt; nur drei Prozent konstatieren eine negative Entwicklung.

Handlungsbedarf bei der Gefährdungsbeurteilung

Die Studienteilnehmer räumen allerdings auch Defizite auf Arbeitgeberseite ein, was die im Arbeitsschutzgesetz geforderte Gefährdungsbeurteilung an mobilen IT-Arbeitsplätzen betrifft. Drei Viertel der Betriebe führen diese nur teilweise oder gar nicht durch. Vor allem hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung mobiler Arbeit besteht Handlungsbedarf: Hier erfüllen 80 Prozent der Unternehmen die Verpflichtung gar nicht oder nur unvollständig.

Der Abschlussbericht zur Studie erscheint Anfang Juni 2016. In der August-Ausgabe der “Personalwirtschaft” lesen Sie eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse.

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